Ärzte Zeitung online, 18.07.2019

Onkologie

Forscher entwickeln doppelt-spezifische Antikörper für Krebskranke

MÜNCHEN. Derzeit wird in der Krebsmedizin ja die CAR-T-Zelltherapie (Chimäre AntigenRezeptor-T-Zellen) etabliert. Am Klinikum der LMU München wird diese Therapieform sowohl in der Erwachsenenmedizin (Medizinische Klinik III) wie auch in der Kinderheilkunde (Dr. von Haunersches Kinderspital) eingesetzt, wie das Klinikum der Universität München mitteilt.

Dazu seien unter Einbindung mehrerer Fachgebiete Kompetenzstrukturen aufgebaut worden, wodurch Patienten in allen Phasen bei bestmöglicher Qualität und Sicherheit medizinisch begleitet werden können. Beteiligt sind die Transfusionsmedizin, die Onkologie und Kinderonkologie, die Intensivmedizin, die Neurologie sowie die Apotheke. Zeitgleich werde an der Verbesserung der immuntherapeutischen Methoden gearbeitet.

Professor Sebastian Kobold und sein Team von der Abteilung für Klinische Pharmakologie haben einen Ansatz entwickelt, der eine Weiterentwicklung der immunonkologischen Verfahren darstellt, heißt es in der Mitteilung.

Dabei kommen doppelt-spezifische Antikörper zum Einsatz, mit denen gentechnisch modifizierte T-Zellen gezielt aktiviert werden und noch besser die Krebszellen aufspüren und zerstören können. Die T-Zellen selbst sind so modifiziert, dass sie alleine keine Wirkung und auch keine Nebenwirkung haben können. Sie benötigen den spezifischen Antikörper als Vermittler (Journal Clinical Cancer Research 2019; online 8. Juli).

Mit dieser Methodik könnte die T-Zelltherapie sicherer werden und die Hoffnung ist, dass damit auch schwere Nebenwirkungen weitgehend vermieden werden können. Noch handele es sich um einen präklinischen Ansatz, vorrangig mit dem Fokus auf solide Tumore, vor allem Bauchspeicheldrüsenkrebs.

„Doch in einigen Jahren könnte man in klinischen Versuchen testen, ob die Immuntherapie bei Krebs mit Hilfe der doppelt-spezifischen Antikörper der nächste Schritt hin zur Präzisionsmedizin sein kann“, wird Kobold in der Mitteilung zitiert.“ (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sauerbruch – ein Arzt mit vielen Facetten

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter Arzt. Das Medizinhistorische Museum der Charité versucht, die vielen Facetten im Leben und Wirken von Ferdinand Sauerbruch zu fassen. mehr »

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Zeitdruck und Kollegen stressen im Büro

Im Vergleich zu den USA oder Japan sind die Arbeitszeiten in Deutschland eher kurz. Doch das heißt nicht, dass es am Arbeitsplatz entspannt zugeht. mehr »