Ärzte Zeitung, 18.07.2005

Docetaxel hält länger progressionsfrei

Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca in Studie untersucht

BARCELONA (grue). Ältere Patienten mit fortgeschrittenem Bronchialkarzinom profitieren von einer Monotherapie mit Docetaxel. Eine Studie dazu wurde vor kurzem beim Lungenkrebs-Kongreß in Barcelona vorgestellt.

In die kontrollierte Studie wurden 182 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca (NSCLC) aufgenommen, die über 70 Jahre alt waren, ein gutes bis mäßiges Allgemeinbefinden hatten und zuvor noch nicht chemotherapeutisch behandelt waren.

Sie erhielten für jeweils vier Therapiezyklen entweder das Standardmedikament Vinorelbin oder das Taxan Docetaxel (Taxotere®), wie Professor Rudolf Huber von der Universität München auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis berichtet hat.

Auf die Docetaxel-Behandlung sprachen 23 Prozent an, auf Vinorelbin zehn Prozent. Beim primären Endpunkt, der Überlebenszeit, schnitt Docetaxel besser ab: Damit lebten die Patienten im Median noch 14 Monate, das waren vier Monate länger als im Vinorelbin-Arm. Die Ein-Jahres-Überlebensrate betrug 59 Prozent für Docetaxel und 37 Prozent für Vinorelbin, der Unterschied war aber nicht signifikant.

Anders beim progressionsfreien Überleben, einem sekundären Endpunkt: "Hier gab es einen signifikanten Vorteil für Docetaxel, nämlich eine Krankheitsstabilisierung für fünf Monate, verglichen mit drei Monaten unter Vinorelbin", sagte Huber.

Außerdem habe sich bei einer Befragung zur Lebensqualität gezeigt, daß die krankheitstypischen Beschwerden Appetitverlust und Fatigue mit dem Taxan besser beherrscht werden können als mit Vinorelbin, und das bei überwiegend guter Verträglichkeit beider Therapiestrategien.

"Docetaxel gehört damit zu den Standardtherapien für ältere Patienten mit fortgeschrittenem Bronchialkarzinom", so Huber. Vermutlich würden diese Patienten, ähnlich wie die jüngeren, auch von einer Kombi-Therapie profitieren. Besonders Docetaxel plus Carboplatin käme hier in Frage, so Huber, es fehlten aber randomisierte Studien, die den Nutzen speziell für Ältere nachweisen.

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