Ärzte Zeitung, 05.11.2014
 

Kommentar zu Hautkrebs:

Vorfahrt für die Prävention!

Von Matthias Wallenfels

Die zum Jahreswechsel anstehende Aufnahme der Formen des hellen Hautkrebses samt aktinischer Keratosen als Vorstufe in die Liste der offiziell anerkannten Berufskrankheiten stellt zunächst einmal eine Erleichterung für die betroffenen Berufsgruppen dar, die ihre Jobs überwiegend im Freien ausüben.

Denn nicht selten haben gerade Bauarbeiter oder Dachdecker Schwierigkeiten, den hellen Hautkrebs im Versicherungsumfang einer Berufsunfähigkeitspolice zu verankern - wenn sie sich überhaupt gegen dieses Risiko absichern. Aufgrund ihrer teils immensen Sonnenexposition während der Berufsausübung winken hier viele Versicherer ab oder verlangen hohe Zuschläge.

Haus- und Hautärzte sollten sich allerdings angesichts der Neuerung bei anerkannten Berufskrankheiten nicht dazu verleiten lassen, die bisherige Prämisse, wonach ein präventives Verhalten der beste Schutz vor Hautkrebs ist, aufzugeben.

Es mag zwar einer Sisyphosarbeit gleichen, unvorsichtige Bauarbeiter & Co zum vernünftigen Umgang mit der Sonnenexposition in Beruf und Freizeit zu bewegen.

Dennoch sollte die gezielte Aufklärung Vorrang haben vor der späteren Bürokratie, wenn es im Einzelfall um die Anerkennung als Berufskrankheit geht.

Lesen Sie dazu auch:
Dermatologie: Heller Hautkrebs ab 2015 als Berufskrankheit anerkannt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »