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Die Koloskopie ist der Goldstandard zur Früherkennung von Polypen und Karzinomen.

Die Koloskopie ist der Goldstandard zur Früherkennung von Polypen und Karzinomen.

© Klaro

Darmkrebsmonat März macht das familiäre Risiko publik

Ziel des Darmkrebsmonats März ist traditionell, ältere Menschen zur Vorsorge zu animieren. Dieses Jahr aber auch jüngere - wenn sie Angehörige mit Darmkrebs haben. Das Motto lautet: "Familie und Verantwortung".

Von Ingeborg Bördlein

LUDWIGSHAFEN. Auch die Stiftung LebensBlicke e. V. rückt im diesjährigen Darmkrebsmonat März das familiäre Risiko in den Mittelpunkt.

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder übernimmt die Schirmherrschaft des Darmkrebsmonats 2011. Das familiäre Risiko für Darmkrebs werde vernachlässigt, sagte der Vorsitzende der Stiftung LebensBlicke, Professor Jürgen F. Riemann, bei einer Veranstaltung in Ludwigshafen.

So erkranken durchschnittlich sechs bis acht von 100 Menschen an Darmkrebs. Hat jedoch ein Verwandter diesen Tumor, so verdoppelt sich das Risiko.

Riemann zufolge kommt fast jeder vierte Darmkrebspatient aus einer Familie, in der diese Krebsform schon aufgetreten ist. Die Patienten erkrankten zehn Jahre früher als Menschen ohne diesen Hintergrund, sagte Riemann.

Er appellierte an die Hausärzte als wichtige Ansprechpartner, sich bei ihren Patienten nach Darmkrebs in der Familie zu erkundigen. Bejahen sie die Frage, sollte er Angehörige bereits in jungen Jahren zur Vorsorge motivieren.

Denn bei ihnen gelten andere Vorgaben als für die übrige Bevölkerung: Sie sollten bereits zehn Jahre früher, als es dem Erkrankungsalter des Indexpatienten entspricht, eine Koloskopie machen lassen. Der Stuhltest sei bei ihnen weniger wichtig: "Hier sollte gleich gespiegelt werden", sagte Riemann, der die Vorsorge-Initiative "Stiftung LebensBlicke" 1998 gegründet hat.

Der Ludwigshafener Gastroenterologe kritisierte, dass Bemühungen der Stiftung, für die Versicherten einen Fragebogen zum Darmkrebsrisiko einzuführen, am Votum des GBA gescheitert sind. Der Gesundheits-Check mit 35 sei der richtige Zeitpunkt für eine solche Befragung.

Dass sich die Vorsorgekoloskopie generell lohnt, untermauerte Riemann mit neueren Daten, die Professor Hermann Brenner erhoben hat. Der Epidemiologe vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hatte errechnet: Durch die Früherkennungs-Koloskopie sind bundesweit von 2002 bis 2010 rund 100.000 Menschen weniger neu an Darmkrebs erkrankt und 15.000 weniger daran gestorben.

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