Ärzte Zeitung, 28.01.2005

Antikörper verbessert bei Lymphom Therapie-Ergebnis

Patienten mit NHL profitieren von Rituximab-Kombi

KÖLN (ner). Patienten mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) profitieren von der Kombination der üblichen Standard-Chemotherapie nach dem CHOP-Schema in Kombination mit dem monoklonalen Antikörper Rituximab.

Der Nutzen der Therapie mit dem Antikörper (Mabthera®) ist beim Kongreß der Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe (DHSG) in Köln bestätigt worden. Professor Michael Pfreundschuh aus Homburg/Saar stellte bei einem vom Unternehmen Hoffmann-La Roche unterstützten Symposium die Ergebnisse der multinationalen MinT-Studie (Mabthera® International Trial) vor.

Die Studie ist aufgrund ihrer überraschend günstigen Ergebnisse im experimentellen Arm vorzeitig abgebrochen worden. Insgesamt 824 Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren sind in die Studie aufgenommen worden. Sie hatten diffuse großzellige B-Zell-Lymphome (DLBCL, diffuse large B-cell lymphoma) im Stadium II bis IV oder im Stadium I mit großer Tumormasse (bulky disease).

Die Patienten erhielten randomisiert entweder sechs Zyklen CHOP (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) oder CHOP plus den Antikörper Rituximab (R-CHOP).

Bereits die erste geplante Zwischenauswertung nach zwei Jahren bei 326 Patienten ergab eine signifikant verlängerte progressionsfreie Zeit unter der Kombinationstherapie und signifikant mehr Komplettremissionen. Auch das Gesamtüberleben unterschied sich signifikant. So waren nach zwei Jahren unter CHOP 58 Prozent der Patienten progressionsfrei, unter R-CHOP dagegen 81 Prozent. Die Komplettremissionsraten betrugen unter der Standardtherapie 65 Prozent mit der Kombination dagegen 85 Prozent.

95 Prozent der kombiniert behandelten Patienten waren zu diesem Zeitpunkt noch am Leben und damit zehn Prozent mehr als im Vergleichsarm. Daraufhin wurde die Studie abgebrochen. Das R-CHOP müsse nun als neuer Therapiestandard bei DLBCL angesehen werden, so Pfreundschuh.

Überprüft wird derzeit, ob die Erhaltungstherapie mit dem Antikörper die progressionsfreie Lebenszeit der NHL-Patienten weiter verbessern kann. Hinweise darauf gibt es aus einer weiteren Untersuchung bei DLBCL-Patienten, die zuvor lediglich mit dem CHOP-Schema behandelt worden waren.

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