Forschung und Praxis, 11.04.2005

Mit Rituximab überleben Patienten mit NHL länger

Bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) verbessert die zusätzliche Applikation des Antikörpers Rituximab (MabThera®) die Ergebnisse einer Chemotherapie. Es werden höhere Remissionsraten erzielt, und die krankheitsfreie Zeit wird verlängert, wie aus mehreren Studien hervorgeht. Erstmals konnte nun in einer Studie, die in San Diego vorgestellt worden ist, belegt werden, daß eine Therapie mit Rituximab bei Patienten mit fortgeschrittenem follikulärem NHL auch das Gesamtüberleben verlängert.

Zur Erinnerung: Bei NHL wird zwischen aggressiven (hochmalignen) und indolenten (niedrigmalignen, follikulären) Lymphomen unterschieden. Die aggressiven Formen schreiten unbehandelt zwar schnell fort, doch können mit einer Chemotherapie 30 bis 50 Prozent der Patienten geheilt werden. Patienten mit einem indolenten Lymphom sind meist nicht heilbar, sie haben unbehandelt eine Überlebenserwartung von im Mittel acht bis zehn Jahren. Bei ihnen führt die Chemotherapie zu Remissionen, die mit der Zeit aber immer weniger lang anhalten.

An der in San Diego präsentierten Studie, die von der Ostdeutschen Studiengruppe Hämatologie / Onkologie (OSHO) initiiert wurde, haben 201 Patienten mit fortgeschrittenem follikulärem NHL teilgenommen. Sie wurden entweder mit sechs Zyklen MCP (Mitoxantron, Chlorambucil, Prednisolon) und zusätzlich Rituximab (R) oder nur mit der Chemotherapie behandelt.

Mit dem R-MCP-Regime ließen sich signifikant bessere Therapieerfolge erzielen, wie Privatdozent Dr. Michael Herold, Mitglied der OSHO, bei einer Pressekonferenz von Hoffmann-La Roche in Frankfurt am Main erläutert hat: Die Ansprechraten betrugen mit der R-MCP 92 Prozent, mit MCP 75 Prozent. Eine komplette Remission wurde bei 49 Prozent im R-MCP-Arm erreicht, im MCP-Arm bei 25 Prozent.

Und zum ersten Mal konnte belegt werden, daß der Antikörper zusätzlich zur Chemotherapie verabreicht das Gesamtüberleben von Patienten mit follikulärem Lymphom verlängert: Nach 30 Monaten haben in der R-MCP-Gruppe noch 89 Prozent der Patienten gelebt, in der MCP-Gruppe 75 Prozent. Zumindest für die älteren Patienten mit follikulärem Lymphom könnte man angesichts dieser Ergebnisse die Kombination von Rituximab mit MCP als einen neuen Standard bezeichnen, sagte Herold.(ku)

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