Ärzte Zeitung, 04.02.2008

Verträgliche Kombitherapie für Myelom-Kranke

In Kombination mit Lenalidomid lässt sich Dexamethason-Dosis reduzieren / Krankheitsprogression hinausgezögert

ATLANTA (nsi). Sprechen Myelom-Patienten auf Lenalidomid mit einer kompletten Remission an, dauert es länger bis zur Krankheitsprogression als bei partieller Remission. Dieser Zusammenhang gilt auch für Patienten mit sehr guter partieller Remission.

Diese Korrelation wurde aufgrund der Subgruppenanalyse jener Studien aufgedeckt, auf deren Basis Lenalidomid (Revlimid®) zur Therapie beim multiplen Myelom zugelassen worden ist. In den Phase-III-Studien erhielten die Patienten in 28-Tage-Zyklen entweder einmal täglich 25 mg Lenalidomid an den Tagen 1 bis 21 plus hoch dosiertes Dexamethason (40 mg an den Tagen 1 bis 4, 9 bis 12 und 17 bis 20) oder Dexamethason plus Placebo. Nach vier Therapiezyklen wurde Dexamethason auf die Tage 1 bis 4 beschränkt, wie bei der US-Hämatologen-Tagung ASH in Atlanta berichtet wurde.

Jene Teilnehmer, die wegen unerwünschter Wirkungen die Dexamethason-Dosis reduzieren mussten, kamen häufiger in eine komplette oder nahezu komplette Remission (24 und 37 Prozent) als die Vergleichsgruppe unter Standard-Dosierung (13 und 20 Prozent). Das berichtete Jesus F. San Miguel von der Universität Salamanca in Spanien. Komplette Remission bedeutet vollständige Rückbildung aller messbaren Tumorparameter für mindestens vier Wochen.

Im Median lebten die Patienten in der Gruppe mit reduzierter Dexamethason-Dosierung noch 60 Wochen ohne Fortschreiten der Erkrankung. In der Vergleichsgruppe waren es 24 Wochen bei Standard-Dosierung.

Das mediane Gesamtüberleben betrug 122 Wochen bei reduzierter Dexamethason-Dosis und 110 Wochen bei Standard-Dosierung. Wird Dexamethason mit Lenalidomid kombiniert, lässt sich offenbar die Dosierung von Dexamethason vermindern bei gleichzeitig höherer Wirksamkeit und besserer Verträglichkeit.

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