Ärzte Zeitung, 27.04.2004
 

Vorteil für Letrozol bei metastasiertem Mamma-Karzinom

BERLIN (nsi). Bei der First-Line-Therapie von Frauen in der Postmenopause, die ein fortgeschrittenes Mamma-Karzinom haben, ist der Aromatase-Hemmer Letrozol dem Antiöstrogen Tamoxifen überlegen. Darauf hat Professor Jens Huober von der Universitätsfrauenklinik in Tübingen hingewiesen.

Der Onkologe erinnerte bei einem Symposium des Unternehmens Novartis an eine Phase-III-Untersuchung, an der 916 Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs teilgenommen hatten (J Clin Oncol 11, 2003, 2101).

Die Tumoren mußten entweder Östrogen- oder Progesteron-Rezeptor-positiv oder von unbekanntem Rezeptorstatus sein. Die Patientinnen erhielten pro Tag entweder 2,5 Milligramm Letrozol (Femara®) oder 20 Milligramm Tamoxifen. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 32 Monate.

Statistisch signifikante Unterschiede sahen die Forscher, was die Zeit bis zur Progression der Erkrankung betraf: Sie betrug im Mittel 9,4 Monate in der Letrozol-Gruppe und sechs Monate im Tamoxifen-Arm. Die Ansprechraten unterschieden sich ebenfalls mit 32 Prozent unter Letrozol und 21 Prozent unter Tamoxifen statistisch signifikant.

Die mittlere Überlebenszeit lag im Letrozol-Arm bei 34 Monaten und in der Tamoxifen-Gruppe bei 30 Monaten. Obwohl dieser Unterschied nicht signifikant war, hätten die Frauen der Letrozol-Gruppe bis zu einem Zeitpunkt von zwei Jahren einen deutlichen Überlebensvorteil gehabt, so Huober. Auch der Karnofsky-Index zur Beschreibung der Lebensqualität habe sich bei Therapie mit dem Aromatase-Hemmer langsamer verschlechtert als mit dem Antiöstrogen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »