Ärzte Zeitung, 10.05.2005

Musiktherapie hilft, mit Brustkrebs fertig zu werden

In Wiesbadener Klinik wird am Krankenbett musiziert

WIESBADEN (ug). Kreative Therapien helfen vielen Brustkrebs-Patientinnen, sich mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen. In den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden wird deshalb Musiktherapie direkt am Krankenbett gemacht, nach Operation oder Chemotherapie.

Trommeln in der Klinik: Eine Patientin macht Musik. Foto Komen Deutschland

Zum Teil gehen die Patientinnen neugierig an die Instrumente wie Harfen oder Trommeln heran und musizieren selbst. "Vielen spiele ich auch vor", sagt die Musiktherapeutin Dorothea Schönhals-Schlaudt. Zweimal in der Woche wird musiziert. Angehörige der Patientinnen würden ausdrücklich miteingeschlossen, teilt der Verein Komen Deutschland e.V. mit, der das Projekt finanziell fördert.

Musiktherapie decke einen Bereich ab, der besonders für Frauen geeignet ist, die verbalen Methoden weniger zugänglich sind. "Kreative Therapien wie die Musiktherapie bilden eine wichtige Grundlage bei der Krankheitsbewältigung", so der Psychologe Alf von Kries vom Psycho-Onkologischen Dienst.

Die Musiktherapie habe schöpferische, gestaltende Qualitäten und könne so zu innerer Klärung verhelfen. "Angesichts einer solch zerstörerisch erlebten Erkrankung wie Krebs erscheint mir dieser Aspekt bei der Begleitung im Krankenhaus besonders notwendig."

Auch Professor Andreas du Bois, der Direktor der Gynäkologischen Onkologie, unterstützt diesen Ansatz: "Eine Betreuung von Patientinnen mit gynäko-onkologischen Erkrankungen umfaßt weit mehr als nur eine gegen den Tumor gerichtete Therapie. Denn wir behandeln nicht Tumorerkrankungen, sondern Menschen."

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