Ärzte Zeitung, 13.02.2007

Trastuzumab-Kombi punktet bei Brustkrebs

Antikörper im Therapieschema mindert Rezidivrate / Drei Schemata mit und ohne Trastuzumab in Studie verglichen

MÜNCHEN (eim). Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium, bei denen das Onkogen HER2/neu überexprimiert ist, profitieren von einer Kombi-Therapie. Docetaxel wird dabei mit dem Antikörper Trastuzumab kombiniert.

Mit der Kombination ist nach aktuellen Studiendaten die krankheitsfreie Zeit signifikant länger als mit einer Therapie ohne den Antikörper. Und die Frauen leben offenbar länger.

An der BCIRG-006-Studie nahmen 3222 Frauen mit HER2/neu-positivem Brustkrebs im Frühstadium teil. 1073 Frauen erhielten das AC-T-Schema, also Adriamycin plus Carboplatin, gefolgt von dem Taxan Docetaxel (Taxotere®). 1074 Frauen bekamen AC-TH, das heißt zusätzlich zu dem AC-T-Regime ein Jahr lang Trastuzumab (Herceptin®). 1075 Frauen erhielten TCH: sechs Zyklen Docetaxel und Carboplatin plus ein Jahr lang Trastuzumab.

Primärer Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben, wie Professor Wolfgang Eiermann aus München bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in München berichtet hat. Neue Zwischenergebnisse der Studie nach drei Jahren Nachbeobachtung belegen: Frauen, die zusätzlich Trastuzumab erhielten, schnitten besser ab. So war das relative Rezidivrisiko mit dem AC-TH-Schema um 39 Prozent und mit TCH um 33 Prozent geringer als mit AC-T.

Auch die Sterberaten unterschieden sich: In der AC-TH Gruppe war das relative Sterberisiko um 41 Prozent und mit TCH um 34 Prozent reduziert. Von den Patientinnen aus der AC-TH- und TCH-Gruppe lebten nach vier Jahren noch 92 und 91 Prozent. Mit AC-T, also ohne Trastuzumab, waren es lediglich 86 Prozent.

Die beiden Trastuzumab-haltigen Schemata AC-TH und TCH waren zwar ähnlich gut wirksam, die Anthrazyklin-freie Kombination TCH erwies sich jedoch als besser verträglich. Besonders die Kardiotoxizität sei hiermit geringer, so Eiermann. Der Anteil der Frauen mit kongestivem Herzversagen lag im AC-TH-Arm signifikant höher als in den beiden anderen Studiengruppen (20 versus jeweils vier Erkrankungen).

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