Ärzte Zeitung, 28.06.2007
 

Bisphosphonat erleichtert Leben mit Brustkrebs

LÜBECK (ugr). Die Anwendung von Bisphosphonaten in der Brustkrebstherapie hat sich bewährt. Vor allem Patientinnen im lokal fortgeschrittenem Krankheitsstadium profitieren von der Behandlung, sagt Professor Ingo Diel aus Mannheim.

Bisphosphonate helfen, skelettale Komplikationen zu vermeiden, in dem sie den durch Osteoklasten vermittelten Knochenabbau hemmen. Darauf hat Diel beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Lübeck hingewiesen. Dadurch ließen sich etwa Schmerzen lindern und Frakturen verhindern. Außerdem werde der Entstehung von Knochenmetastasen vorgebeugt. Nur fünf Frauen mit lokal fortgeschrittenem Brustkrebs müssen mit Bisphosphonaten behandelt werden, um eine Knochenmetastase zu verhindern, sagte Diel bei einem von Roche Pharma initiierten Symposium.

Kurzinfusion bei starken Knochenschmerzen

Bei Frauen, die bereits Knochenmetastasen haben, ist die dauerhafte Reduktion von Knochenschmerzen nach Angaben Diels die wichtigste Aufgabe der Bisphosphonate. Eine Reduktion der Frakturrate sowie der Erhalt von Leistungsfähigkeit und Verbesserung der Lebensqualität seien weitere wesentliche Therapieziele. Diese können mit Ibandronat (Bondronat®) oft erreicht werden. In placebokontrollierten Studien hatten 6 mg des Mittels i.v. oder 50 mg oral verabreicht das Risiko für Skelettkomplikationen um bis zu 40 Prozent signifikant verringert.

Bei Patientinnen mit starken Knochenschmerzen oder großer Frakturgefahr gilt die Infusion als Therapie der Wahl. Für Ibandronat gibt es seit kurzem eine Zulassungserweiterung, und zwar für die 15-minütige Infusion mit 6 mg Ibandronat alle drei bis vier Wochen. Diese Therapie hat sich als genauso wirksam und sicher erwiesen wie die bisher angewandte 60-minütige Infusion.

Eine Studie mit 127 Brustkrebspatientinnen mit Knochenmetastasen, von denen 101 die kurze und 26 die längere Infusion erhielten, hatte ein ähnliches Sicherheitsprofil für beide Studiengruppen ergeben: Es kam zu keinen klinisch-relevanten Veränderungen der Serum-Kreatininwerte. Negative Auswirkungen auf die Nierenfunktion wurden nicht registriert.

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