Vorteil für Hormontherapie bei Mamma-Ca

BERLIN (hem). Bei Brustkrebs-Patientinnen in der Prämenopause mit positivem Hormonrezeptorstatus hat die adjuvante endokrine Therapie einen entscheidenden Einfluss auf die Prognose. Als Alternative sowie im Anschluss an eine Chemotherapie bietet die Hormontherapie den Patientinnen nach aktuellen Studiendaten wesentliche Vorteile.

Veröffentlicht:

Darauf hat Dr. Stefan Paepke aus München auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin hingewiesen. Eine Behandlung mit dem GnRH-Analogon Goserelin (Zoladex®) unterdrückt die Funktion der Ovarien und führt so zu einer reversiblen Amenorrhoe. Die Östrogensuppression mit Goserelin hat sich in Studien bei Frauen in der Prämenopause mit hormonrezeptor-positivem Mamma-Ca im Frühstadium als ebenso wirksam erwiesen wie eine Standardchemotherapie.

So ist in der ZEBRA*-Studie bei Patientinnen mit hormonsensiblen Tumoren in frühen Stadien belegt worden, dass eine zweijährige Behandlung mit Goserelin bezüglich des rezidivfreien Überlebens ebenso wirksam ist wie die Therapie mit sechs Zyklen einer Chemotherapie mit dem CMF-Schema (Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-Fluorouracil) so Paepke bei einer von dem Unternehmen AstraZeneca unterstützten Veranstaltung. Zudem ließen sich mit der Hormontherapie die belastenden unerwünschten Wirkungen der Chemotherapie vermeiden.

Hormontherapie ist für junge Frauen eine Alternative zur Chemo.

Die österreichische Studiengruppe Mammakarzinom ABCSG (Austrian Breast Cancer Study Group) untersuchte die Wirksamkeit einer maximalen Östrogenblockade mit der Kombination von Goserelin plus Tamoxifen über drei Jahre gefolgt von zwei Jahren Tamoxifen im Vergleich zu sechs CMF-Zyklen.

In der hormonell behandelten Gruppe traten signifikant weniger Rezidive (17 versus 21 Prozent) und vor allem weniger Lokalrezidive (knapp 5 versus 8 Prozent) auf als in der CMF-Gruppe. Darüber hinaus wurde ein deutlicher Vorteil hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens für die hormonell behandelten Frauen beobachtet (81 versus 76 Prozent). Sechs Prozent weniger Therapieabbrüche im endokrinen Therapiearm weisen nach Angaben des Gynäkologen außerdem auf eine bessere Verträglichkeit der antihormonellen Kombination hin.

Bei Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs sollte der Östrogenspiegel bis knapp an die Nachweisgrenze gesenkt werden. Das mindert das Rezidivrisiko, besonders bei Frauen, die nach vorausgegangener Chemotherapie wieder eine normale Menstruation haben. Erfolg versprechend in dieser Hinsicht ist nach aktueller Studienlage eine auf die Chemotherapie folgende kombinierte Hormontherapie mit Goserelin und Tamoxifen.

Wenn es um die Therapieentscheidung bei jungen Frauen mit Mammakarzinom geht, sollte immer auch ein eventuell noch bestehender Kinderwunsch bedacht werden. Der die Ovarien schädigenden Einfluss einer Chemotherapie sei nach Angaben von Paepke nicht zu unterschätzen. Eine Herunterregulierung der Östrogenspiegel könnte hier schützend wirken. Durch rechtzeitigen Einsatz von Goserelin könnten junge Frauen ihre Eizellen regelrecht aus der Schusslinie bringen und, wenn sie die Krebstherapie überstanden haben, ihren Kinderwunsch erfüllen.

*ZEBRA: Zoladex Early Breast Cancer Research Association

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Sollte bei Brustkrebs gegen COVID-19 geimpft werden?

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Was zur Prophylaxe wirklich nützt

© bymuratdeniz / Getty Images / iStock

Rezidivierende Harnwegsinfekte

Was zur Prophylaxe wirklich nützt

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Fast jede Frau macht die Erfahrung einer Blasenentzündung. Häufigster Erreger ist E. coli.

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

Prophylaxe von Harnwegsinfekten

Langzeit-Antibiose nicht mehr First Line

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Dermapharm AG
Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Experten-Workshop

Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Lesetipps
Eine ältere Frau ist gestürzt und liegt auf dem Boden.

© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen

Ein Arbeiter formt ein Metallschild mit der Aufschrift 2026

© flashmovie / stock.adobe.com

Neuerungen

Das gilt 2026 bei Abrechnung und Honorar