Ärzte Zeitung, 22.09.2009

Op bei metastasiertem Brustkrebs korreliert mit besserer Prognose

Einer ersten retrospektiven Studie zufolge lohnt es sich bei metastasiertem Brustkrebs offenbar, den Primärtumor zu entfernen.

BERLIN (gvg). Frauen mit primär metastasiertem Brustkrebs leben länger, wenn der Primärtumor operiert wird. Das zeigt eine Untersuchung aus den Niederlanden, die beim Europäischen Onkologenkongress ECCO in Berlin vorgestellt wurde.

In der Studie wurden retrospektive Daten von insgesamt 728 Patientinnen mehrerer Krebszentren in den Niederlanden ausgewertet. Bei 40 Prozent dieser Frauen wurde der Primärtumor operativ entfernt. Alle anderen wurden rein konservativ-palliativ therapiert. Im Median lebten die operierten Frauen noch 31 Monate, Frauen, die nur konservativ behandelt wurden, 14 Monate. Jede vierte operierte, aber nur jede siebte nicht operierte Patientin lebte nach fünf Jahren noch.

Dr. Jetske Ruiterkamp vom Jeroen Bosch Hospital in Den Bosch betonte, dass ein Teil des Unterschieds durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Gruppen erklärbar sei. So waren die Patientinnen in der Operationsgruppe jünger und hatten weniger häufig Metastasen an mehreren Orten im Körper.

"Diesen Unterschied haben wir allerdings in einer multivariaten Analyse statistisch berücksichtigt", so Ruiterkamp. Auch danach blieb es bei einem deutlichen Vorteil für die operierten Frauen. Das mediane Überleben war dann immer noch gut ein Drittel besser. "Wir denken deswegen, dass der Nutzen der Operation des Primärtumors beim primär metastasierten Brustkrebs in einer großen Studie prospektiv untersucht werden sollte", sagte Ruiterkamp.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »