Ärzte Zeitung, 16.08.2010

Kommentar

Ungereimtes bei Brustkrebs-Toten

Von Ingrid Kreutz

Eine sehr erfreuliche Bilanz: In europäischen Ländern sterben aktuellen WHO-Daten zufolge im Vergleich zu Ende der 1980er Jahre im Mittel 19  Prozent weniger Frauen an Brustkrebs. Kein Wunder, mag man zunächst denken! Hat sich die Versorgung von Frauen mit Mamma-Ca doch deutlich verbessert. So wurde in den 90er Jahren vielerorts das Mammografie-Screening eingeführt. Außerdem sind neue, gezieltere Behandlungsmethoden hinzugekommen. Und viele Patientinnen werden in speziellen Zentren versorgt.

Mit dieser Begründung lassen sich die guten Ergebnisse bei der Brustkrebs-Sterberate für England und Wales durchaus erklären. Auch in Deutschland haben sicherlich bessere Therapieoptionen zur Verringerung der Todesfälle beigetragen. Das Mammografie-Screening ist aber erst seit kurzem etabliert, und nur für Frauen über 50 Jahre. Besonders stark ist die Sterberate jedoch bei jüngeren Frauen gesunken.

Und noch eine Ungereimtheit: Auch in Frankreich und Schweden gab es große Anstrengungen im Kampf gegen Brustkrebs, aber die Todesrate ist in beiden Ländern nur relativ geringfügig gesunken.

Lesen Sie dazu auch:
Seit 1989 sterben 20 Prozent weniger Frauen an Brustkrebs

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »