Ärzte Zeitung, 03.10.2010
 

Kommentar

Argumente für ein breiteres Screening

Von Ingrid Kreutz

Genügt das Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahre? Einer großen Studie zufolge senkt es auch bei Frauen zwischen 40 und 49 Jahren die Brustkrebssterberate signifikant.

Die EU-Richtlinien und auch die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) empfehlen das Mammografie-Screening derzeit nicht für Frauen von 40 bis 49 Jahre. Das ist durchaus verständlich, zumal die Datenlage zu dieser Altersgruppe bislang deutlich schlechter war als für die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen. Ein weiteres Problem ist, dass bei den jüngeren Frauen Mammakarzinome deutlich seltener auftreten als bei Frauen über 50 Jahren. Es müssen also mehr Frauen untersucht werden, um ein Mamma-Ca zu diagnostizieren oder Leben zu retten.

Eine gute Lösung bietet die deutsche S3-Leitlinie zur Brustkrebs-Früherkennung. Danach sollten alle Frauen - auch Frauen von 40 bis 49 Jahre - mit Risikofaktoren wie positive Familienanamnese jährlich auf Brustkrebs hin untersucht werden. Dazu gehört auch eine Mammografie, und wegen der bei Frauen unter 50 Jahren häufigen hohen Parenchymdichte der Brust zusätzlich noch eine Sonografie.

Lesen Sie dazu auch:
Mammografie nützt auch Frauen unter 50

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »

Weltärztebund und Papst im Dialog zur Palliativmedizin

Seltene Kooperation: Weltärztebund und Papst sprechen sich für ein Sterben in Würde aus, aber gegen Euthanasie und assistiertem Selbstmord. mehr »