Ärzte Zeitung, 12.07.2012

Brustkrebs: "Mäßiger" Nutzen von Bevacizumab

NEU-ISENBURG (ikr). In einer aktuellen Metaanalyse der Cochrane Collaboration wurde Bevacizumab (Avastin®) zur Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs erneut auf den Prüfstand gestellt (Cochrane Library 2012; online 11. Juli).

Berücksichtigt wurden vier Studien mit insgesamt 2886 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs, die eine Erstlinien-Chemotherapie mit / ohne den Zusatz von Bevacizumab erhalten hatten, und zwei Studien mit insgesamt 1146 Frauen, die eine Zweitlinien-Chemotherapie mit /ohne den Antikörper bekommen hatten.

Die wesentlichen Ergebnisse: In der Erst- und Zweitlinientherapie wurde das progressionsfreie Überleben der Patientinnen mit Bevacizumab signifikant um 33 und 15 Prozent verbessert, nicht jedoch das Gesamtüberleben.

Nebenwirkungen vom Grad III/IV traten mit dem Antikörper deutlich häufiger auf als ohne, jedoch waren Therapie-bedingte Todesfälle mit Bevacizumab seltener.

Nach Ansicht der Autoren kann der Nutzen, der sich aus dem Zusatz von Bevacizumab zur Erst- oder Zweitlinien-Chemo bei metastasiertem Brustkrebs ergibt, bestenfalls als "mäßig" betrachtet werden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Bevacizumab 2011 die Zulassung bei Brustkrebs entzogen, da ihrer Ansicht nach der Nutzen der Therapie die Risiken der Behandlung nicht aufwiegt.

Die EMA war zu einem anderen Ergebnis gekommen: Sie bestätigte, dass der Nutzen von Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel die Risiken überwiege und diese Kombination daher eine wertvolle Option für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs bleibe.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »

Sinken die Konnektor-Preise?

Wie werden sich die Preise für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur entwickeln, wenn dann vier Konnektoren auf dem Markt sind? Die Selbstverwaltung hofft auf sinkende Preise - doch ob das so kommt, ist fraglich. mehr »