Ärzte Zeitung, 07.11.2012

Brustkrebs-Patientinnen

Akupunktur bessert Schlafstörung

Akupunktur kann bei Frauen mit Brustkrebs postmenopausale Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen signifikant mindern. Das zeigt eine dänische Studie.

Akupunktur bessert Schlafstörung

Die Probandinnen erhielten die Nadeln entlang der Meridiane an Handgelenk und Fuß gesetzt.

©

© Mathias Ernert, Gemeinschaftspraxis Gynäkologie und Geburtshilfe Doktores Lupp

NEU-ISENBURG (St). Brustkrebs-Patientinnen kämpfen häufiger mit klimakterischen Beschwerden als gesunde Frauen gleichen Alters.

In einer randomisierten, doppelblinden Studie haben dänische Forscher nun den Effekt der Akupunktur auf Hitzewallungen und eine gestörte Nachtruhe bei Frauen untersucht, die wegen eines Mammakarzinoms behandelt wurden und klimakterische Beschwerden hatten (Breast 2012; online am 20. August).

Sechs Monate bis fünf Jahre nach der Op erhielten 31 Patientinnen eine Akupunktur, 29 eine Scheinakupunktur und 34 Frauen der zweiten Kontrollgruppe blieben unbehandelt. Akupunktur und Scheinbehandlung erfolgten einmal pro Woche für 15 bis 20 Minuten über fünf Wochen. Mehr als die Hälfte der Frauen erhielten gleichzeitig eine adjuvante Antihormontherapie.

Verbesserung schon nach zweiten Sitzung

Die Probandinnen waren im Mittel 61 Jahre alt. Die Akupunkturnadeln wurden entlang der Meridiane an Handgelenk und Fuß gesetzt. Bereits nach der zweiten Sitzung ließ sich eine signifikante Wirkung der Akupunktur erkennen.

Bei 52 Prozent der Frauen der Akupunkturgruppe hatten sich die Hitzewallungen gebessert sowie bei 24 Prozent in der Gruppe der Scheinakupunktierten.

 Der mittlere VAS-Score sank von 6,9 vor der Akupunktur auf 5,8 drei Tage nach der zweiten Akupunktur und lag zwölf Wochen nach der letzten Sitzung bei 5,0.

Bei den Scheinakupunktierten zeigte sich ein Trend, aber kein statistischer Effekt im Vergleich zur Kontrollgruppe (VAS-Score-Werte 7,4/7,0/6,5). In der nicht behandelten Kontrollgruppe lag der VAS-Score bei 6,7/6,5/ 6,7.

Auch der gestörte Nachtschlaf wurde durch Akupunktur gegenüber Scheinakupunktur und Kontrollgruppe signifikant verbessert. Von 22 Frauen mit Schlafstörungen klagten drei Tage nach der dritten Akupunkturbehandlung nur noch zwölf über unruhige Nächte.

Und auch dieser Effekt blieb bei allen bis auf eine Frau mindestens noch zwölf Wochen nach der letzten Nadelung erhalten.

Quelle: www.springermedizin.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »