Ärzte Zeitung App, 21.08.2014

Mamma-Screening

BMG setzt auf GBA und IQWiG

BERLIN/NEU-ISENBURG. Die Bundesregierung setzt in der aktuellen fachlichen Debatte um den Nutzen des Mammografie-Screenings auf die Expertise des Gemeinsamen Bundesausschusses und des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Eigene Bewertungen, die sich nicht auf die Veröffentlichung beider Gremien stützen, will die Bundesregierung nicht äußern. Angesichts der nötigen Abwägung zwischen Vorteilen und medizinischen Risiken setzt die Bundesregierung auf eine eigenverantwortliche Entscheidung der Frauen.

"Die Nachteile des Screenings müssen mit dessen Vorteilen von jeder Frau individuell abgewogen werden und werden daher in einem Merkblatt des GBA erläutert", heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage zum wissenschaftlichen Stand zu Risiken und Nutzen des Screenings der Bundestagsfraktion der Linken. Die derzeitige fachliche Diskussion solle künftig in das Merkblatt einfließen, heißt es.

Einen Auftrag zur Überarbeitung der Einladung will der GBA nach seiner öffentlichen Sitzung noch in dieser Woche an das IQWiG vergeben. "Für die Bundesregierung ist eine wissenschaftliche fundierte, neutrale und umfassende Information der Bevölkerung zu erwünschten und unerwünschten Effekten von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen unbedingt erforderlich", heißt es von der Bundesregierung.

In der Antwort auf die 46 Fragen der Linksfraktion verweißt das Bundesgesundheitsministerium kontinuierlich auf die fachliche Einschätzung des GBA und des IQWiG sowie auf weitere Forschungsvorhaben der Bundesministerien zum Thema.

Ebenso betont die Bundesregierung das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz aus dem Jahr 2013, in dem Mindestanforderungen an organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen vorgegeben wurden. Bei der Beratung der Patientinnen für oder gegen ein Screening spiele nach Ansicht der Bundesregierung die Ärzteschaft eine "Schlüsselrolle". (bee)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »