Ärzte Zeitung, 14.11.2013

Ösophagus-Ca

Interesse an gezielter Therapie ist groß

Beim Ösophaguskarzinom wird derzeit die zielgerichtete Therapie mit neuen monoklonalen Antikörpern verstärkt geprüft.

WIEN. Die zielgerichtete Therapie mit neuen Präparaten, wie sie etwa bei Darm-, Lungen- oder Brustkrebs bereits genutzt werden, wird verstärkt auch bei Patienten mit einem Ösophaguskarzinom oder einem Karzinom des gastroösophagealen Übergangs geprüft, bei dem Trastuzumab bereits zugelassen ist.

Seit den Ergebnissen der ToGA-Studie (Trastuzumab for Gastric Cancer) ist die Therapie mit Trastuzumab von Patienten mit HER2-positiven Tumoren im Gastrointestinalbereich etabliert.

Der monoklonale Antikörper ist in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil plus Cisplatin nicht nur bei Patienten mit HER2positivem metastasiertem Adenokarzinom des Magens indiziert, sondern auch bei solchen Tumoren des gastroösophagealen Übergangs. Die Zulassung gilt für Patienten, die bisher keine Krebstherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben.

Aber nicht nur HER2 ist ein attraktives Ziel: Vielversprechend sind auch der VEGF- und der EGF-Rezeptor, auch wenn Studien mit Cetuximab und Bevacizumab noch nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben.

Spannend sei die Entwicklung von Pertuzumab, so Universitätsdozent Ewald Wöll vom Krankenhaus St. Vinzenz in Zamsin Österreich bei der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Wien.

Der monoklonale Antikörper wird derzeit in der JACOB-Studie in Kombination mit Trastuzumab und einer Chemotherapie aus Cisplatin plus Fluorouracil oder Capecitabin bei Patienten mit einem Magenkarzinom oder einem Karzinom des gastroösophagealen Übergangs geprüft.

Hoffnung setzen Onkologen auch auf den antiangiogenetischen Therapieansatz mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab.

Ramucirumab punktet bei Magen-Ca

Erste Daten dazu hatte die AVAGAST-Studie (Avastin in Gastric Cancer) mit Patienten mit einem Magenkarzinom geliefert, in der der primäre Endpunkt "Gesamtüberleben" zwar negativ blieb, die sekundären Endpunkte "progressionsfreies Überleben" und "Ansprechrate" dagegen positiv waren: Im Vergleich zur Placebo- war in der Bevacizumab-Gruppe das progressionsfreie Überleben signifikant länger: 6,7 versus 5,3 Monate.

Einen signifikanten Unterschied gab es auch bei der Gesamtansprechrate (46,0 Prozent versus 37,4 Prozent). Die Patienten beider Therapiegruppen erhielten zudem ein Fluoropyrimidin plus Cisplatin.

Einen Schritt weiter ist man inzwischen mit dem monoklonalen Antikörper Ramucirumab, der an den VEGF-Rezeptor 2 bindet. Seine Wirksamkeit wurde in der REGARD-Studie bei Patienten mit einem metastasierten Magenkarzinom oder einem Karzinom des gastroösophagealen Übergangs geprüft, und zwar im Vergleich zu Placebo oder einer besten unterstützenden Therapie und nach Versagen einer Platin und / oder einer Fluoropyrimidin enthaltenden Therapie.

Das Akronym steht für "Ramucirumab monotherapy for previously treated advanced gastric or gastro-oesophageal junction adenocarcinoma". Nach Angaben von Wöll lag in dieser Studie das mediane Gesamtüberleben in der Verumgruppe bei 5,2 Monaten, in der Vergleichsgruppe mit 3,8 Monaten dagegen signifikant niedriger.

Sehr interessant sei auch der Therapieansatz mit dem monoklonalen Antikörper Rilotumumab, so Wöll. Der Antikörper bindet an den Hepatozytenwachstumsfaktor, sodass dieser nicht an den Rezeptor c-Met koppeln kann.

Wird in der Folge die Signalübermittlung über diesen Rezeptor unterbunden, kommt es zum programmierten Zelltod. Der Rezeptor ist für das Krebswachstum, für die Angiogenese sowie für die Metastasierung von zentraler Bedeutung. (ple)

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