Ärzte Zeitung, 05.02.2004

KOMMENTAR

Kein Magenkeim - kein Krebs?

Von Marlinde Lehmann

Beim Thema Helicobacter pylori und Magenkrebs bleibt vorerst alles beim Alten. Denn die jetzt veröffentlichte Studie zum Effekt der Eradikationstherapie auf die Magenkrebs-Inzidenz reicht noch nicht, um groß in Diskussionen zu Screening- und Präventionsprogramme einzusteigen.

Zwar hat die Studie ergeben, daß bei Menschen ohne präkanzeröse Läsionen nach einer Eradikationstherapie Magenkrebs signifikant seltener ist als ohne eine solche Therapie. Für die Gesamtgruppe der Studienteilnehmer war die Eradikationstherapie jedoch ohne Nutzen. Fünf bis zehn Jahre, so schätzen die Kommentatoren der Studie, wird es noch dauern, bis genügend Daten für fruchtbare Diskussionen zu Screeningprogrammen vorliegen werden.

Bis dahin ist in der Praxis Magenkrebs-Prävention durch Eradikationstherapie aber nicht tabu. Kollegen können sich dazu grob an den Empfehlungen europäischer Gastroenterologen orientieren: Wenn Patienten schon Magenkrebs oder ein Magenfrühkarzinom hatten, wenn eine atrophische Gastritis vorliegt oder ein Verwandter ersten Grades Magenkrebs hat, scheinen nach bisherigen Daten H.-pylori-Diagnostik und bei positivem Befund die Eradikationstherapie sinnvoll zu sein.

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