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Akute Pankreatitis - mit echoverstärktem Schall diagnostiziert

MAGDEBURG (gwa). Bei akuter Pankreatitis kann mit Ultraschall und Kontrastmittel (KM), das das Echosignal verstärkt, die Schwere der Entzündung etwa durch die Identifizierung von Nekrosen ähnlich zuverlässig diagnostiziert werden wie mit KM-gestützter Computertomographie (CT). Damit gibt es eine Alternative, wenn Patienten etwa Kontraindikationen gegen jodhaltige KM haben, die bei einer CT infundiert werden. Zudem ist die Untersuchung mit Ultraschall preiswerter als mit CT.

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Bislang gilt die KM-gestützte CT bei akuter Pankreatitis als Goldstandard, wenn die Schwere der Entzündung beurteilt werden soll. Das ist wichtig, weil Verlauf und Therapie vom Grad der Pankreatitis abhängen. Bei einer unkomplizierten Pankreatitis erhalten die Patienten meist lediglich eine Flüssigkeitssubstitution.

"Bei schwerer Pankreatitis, zum Beispiel mit Nekrosen, müssen die Patienten intensivmedizinisch überwacht werden. Sie erhalten auch eine Antibiotika-Therapie, um drohenden Komplikationen wie Nekrose-Infektion, Sepsis und Multiorganversagen vorzubeugen", sagte Dr. Steffen Rickes von der Universität Magdeburg zur "Ärzte Zeitung".

Rickes und seine Kollegen haben bei 31 Patienten mit akuter Pankreatitis die Aussagekraft von Echo-verstärktem Ultraschall mit der von KM-gestützter CT verglichen ("Gut", Online-Vorabveröffentlichung). Die Patienten erhielten eine Ultraschall-Untersuchung sowohl ohne KM als auch direkt nach Infusion von 2,4 ml des Ultraschall-KM SonoVue®.

Das KM enthält Mikrobläschen, die das Echosignal verstärken. Um die Mikrobläschen nicht vorzeitig zum Platzen zu bringen, wurde der mechanische Index des Ultraschall-Gerätes auf 0,1 bis 0,2 eingestellt. 24 Stunden nach dem Ultraschall erhielten die Patienten eine KM-gestützte CT.

Ergebnis: Bei jedem vierten Patienten (acht der 31 Patienten) wurden mit KM-CT Nekrosen im entzündeten Pankreas festgestellt - und all diese Betroffenen wurden auch mit Echo-verstärktem Ultraschall identifiziert (ohne KM nur zwei der acht Patienten).

Vorteile des Echo-verstärkten Ultraschalls sind zudem, daß diese Untersuchung bei Patienten angewandt werden kann, die Kontraindikationen wie Allergien gegen jodhaltige KM haben. Zudem kann bei schwerkranken Patienten mit Hypovolämie - ein häufiger Befund bei schwerer Pankreatitis - eine Infusion von jodhaltigem KM zu akutem Nierenversagen führen.

Bei Tieren wurde zudem nachgewiesen, daß jodhaltiges Kontrastmittel eine akute Pankreatitis verschlechtern kann, weil es die Mikrozirkulation im Pankreas reduziert - allerdings wurde dieser Effekt bei Menschen nicht nachgewiesen.

Kontraindikationen für das Ultraschall-KM sind etwa Myokardinfarkt und unkontrollierter Hochdruck, pulmonale Hypertonie (pulmonalarterieller Druck über 90 mmHg) oder akutes Atemnotsyndrom.

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