Ärzte Zeitung, 27.11.2009

Reizmagen: Die "Verdauungszigarette" ist zu meiden

Es gibt keine spezielle "Reizmagen-Diät", doch die Beachtung einiger Regeln bei der Ernährung kann zur Entlastung führen.

zur Großdarstellung klicken

Scharf gewürzte Speisen sollten bei Reizmagen tabu sein.

Foto: Teamarbeit©www.fotolia.com

Anstelle weniger großer haben sich mehrere, über den Tag verteilte kleine, fettarme Mahlzeiten bewährt. Mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollten die Betroffenen nichts mehr essen. Vermieden werden sollten zudem scharf gebratene und/oder stark gewürzte Speisen.

Rauchen sowie Alkohol- und Kaffeegenuss können dyspeptische Beschwerden verschlimmern. Daher ist es empfehlenswert, auf die "Verdauungszigarette" oder Alkohol und Kaffee zur oder nach der Mahlzeit zu verzichten. Bekleidung, die im Bereich des Magens eng anliegt, ist ebenfalls ungünstig.

Saures Aufstoßen oder Sodbrennen werden nicht selten durch Stress und Hektik im beruflichen oder persönlichen Alltag ausgelöst oder verschlimmert. In diesem Fall können Entspannungstechniken dazu beitragen, die Symptome zu lindern.

Sind akute Beschwerden noch nicht so stark ausgeprägt, dass der Patient ein Medikament einnehmen möchte, so können zunächst Hausmittel wie das langsame Kauen von Weißbrot oder das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper (plus mindestens zehn Zentimeter) Linderung schaffen. Mit Vorsicht zu genießen ist dagegen der Tipp, gegen die dyspeptischen Beschwerden vor dem Schlafengehen ein Glas warme Milch zu trinken.

Etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter einer Laktoseintoleranz. Diese Nahrungsmittelunverträglichkeit löst nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten Völlegefühl und Blähungen aus.

Blähungen und damit einhergehenden Schmerzen kann mit verschiedenen Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden. Dazu zählen beispielsweise der Einsatz von verdauungsfördernden Gewürzen wie Kümmel, Anis oder Koriander beim Kochen, ein Spaziergang nach den Essen oder eine Bauchmassage. Während des Essens sollte alles vermieden werden, was ein übermäßiges Luftschlucken (Aerophagie) fördert: hastiges Essen und Trinken, unterbrochen von Gesprächen.

Schwer verdauliche Nahrungsmittel wie frisches Steinobst, zum Beispiel Pflaumen oder Kirschen, Gemüsesorten wie Blumenkohl, Kohlrabi sowie Hülsenfrüchte, zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Linsen, sollten zurückhaltend verzehrt und durch bekömmlichere Lebensmittel, etwa Kartoffeln oder Karotten ersetzt werden. (CLB)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

TK-Versicherte erhalten E-Akte

Die Techniker Krankenkasse hat mit TK-Safe ihre bundesweite elektronische Gesundheitsakte vorgestellt. Patientenschützer und die Verbraucherzentralen pochen auf hohe einheitliche Standards. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Klinikpatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten aber Kopfzerbrechen. mehr »