Kongress, 16.04.2012

Strahlungsfrei und schnell: Sono auf der Intensivstation

WIESBADEN (skh). Bei schwerkranken Patienten müssen meist zügig Entscheidungen getroffen werden. Ein Ultraschallgerät am Intensivbett gehört dabei zu den wichtigsten Hilfsmitteln.

Es sei schnell verfügbar und liefere ohne Strahlenbelastung aussagekräftige Ergebnisse, erinnerte Privatdozent Dr. Kinan Rifai von der Medizinischen Hochschule Hannover. So könnten etwa bei schwer kranken Patienten mit abdominellen Beschwerden zuverlässig ein Aszites oder freie Luft dargestellt werden.

Bei Patienten mit Leberzirrhose erkenne man die charakteristische höckerige Organoberfläche. Auch Leberhämatome, selbst kleine, seien der Sonografie gut zugänglich, sagte Rifai. Bei Untersuchungen des Gefäßsystems ließen sich Pfortaderthrombosen feststellen.

Problem sind schlechte Untersuchungsbedingungen

Allerdings seien bei Intensivpatienten häufig die Untersuchungsbedingungen schlecht, so Rifai weiter. Oft lässt sich das Patientenzimmer nicht verdunkeln oder die Patienten sind wegen der vielen Kabel und Schläuche schlecht zugänglich. Zudem seien Ultraschalluntersuchungen gerade im Vergleich zur Röntgendiagnostik nur eingeschränkt reproduzierbar.

Eine Kontrastmittelinjektion könne die Sonografie zusätzliche aufwerten. In einer Studie bei Patienten mit Niereninfarkt habe die Methode auch bei der Reproduzierbarkeit annähernd so gut abgeschnitten wie die Computertomografie (Eur Radiol. 2008; 18(2): 376), berichtete Rifai.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin hat ein Curriculum zur Notfallsonografie ausgearbeitet.

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