Ärzte Zeitung, 27.08.2009

ADHS ohne Therapie führt öfter zu Depressionen

Mit Psychostimulantien ist Komorbidität seltener

BOSTON (eis). Die Therapie mit Psychostimulantien bei ADHS wird immer wieder kritisiert. Eine Studie bestätigt jetzt aber, dass medikamentös behandelte Kinder seltener psychiatrische Komorbiditäten bekommen.

Ausgewertet für die Studie wurden Daten von 112 Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS). Die Teilnehmer waren als Kinder oder Jugendliche in die Untersuchung aufgenommen und zehn Jahre später auf Komorbiditäten untersucht worden (Ped 124, 2009, 71). Insgesamt 82 (73 Prozent) von ihnen waren dabei in den zehn Jahren mit Psychostimulantien behandelt worden. Die medikamentöse Therapie war im Schnitt mit knapp neun Jahren begonnen worden und dauerte sechs Jahre.

Ergebnis: Die mit Stimulantien behandelten Teilnehmer (mittleres Alter: 22 Jahre) hatten im Vergleich deutlich seltener Depressionen, Angststörungen oder Störungen des Sozialverhaltens entwickelt. Auch hatten die Patienten mit medikamentöser Therapie seltener eine Schulklasse wiederholen müssen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wirkstoff zum Cannabis-Entzug

Die Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase reduziert Symptome beim Cannabis-Entzug. Mit einem Hydrolasehemmer senkten Abstinenzwillige den Konsum um fast 70 Prozent. mehr »

Arzt und Kämpfer gegen sexuelle Gewalt

Die Gewinner der Nobelpreise haben am Montag ihre Auszeichnungen entgegengenommen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei der Arzt Denis Mukwege, Träger des Friedensnobelpreises. mehr »

Erste Kassen senken Zusatzbeitrag deutlich

Die gute Konjunktur und hohe Reserven machen sinkende Zusatzbeiträge möglich – aber nicht bei jeder Krankenkasse. mehr »