Ärzte Zeitung, 22.02.2005

Wissenschaftler lokalisieren den Sechsten Sinn

WASHINGTON (ddp). US-Forscher haben im menschlichen Gehirn ein Frühwarnsystem für Risiken und Gefahren lokalisiert. Der anteriore cingulärer Kortex (ACC) am oberen Ende des Frontallappens puzzelt offenbar Umwelteindrücke und vergangene Erfahrungen zusammen und vermittelt ein Gefühl für bevorstehende Schwierigkeiten.

Dieser Sechste Sinn hilft, das Verhalten einer riskanten Situation anzupassen, schließt Dr. Joshua Brown von der Washington-Universität in St. Louis aus seinen Experimenten (Science 307, 2005, 1118). Die untersuchte Gehirnregion wird immer dann aktiv, wenn zum Beispiel etwas schief läuft oder eine schwierige Entscheidung zwischen widersprechenden Alternativen zu treffen ist.

"Wir konnten zeigen, daß diese Gehirnregion lernen kann, bevorstehende Schwierigkeiten oder Fehler vorauszuahnen", so Brown. Da zum Beispiel Schizophrenie und aggressive Verhaltensstörungen mit Änderungen in der Region des ACC einhergehen, rechnen die Forscher mit weiteren Erkenntnissen zu deren Therapie.

Auf diesen Sechsten Sinn führen die Forscher auch Berichte zurück, wonach während der Tsunami-Katastrophe Eingeborene instinktiv höher gelegene Gebiete aufsuchten. Die Küstenbewohner deuteten teilweise nicht näher beschreibbare Änderungen der Umwelt als Zeichen einer Gefahr.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »