Ärzte Zeitung, 06.10.2005

Gegner des Determinismus

Philosophen werfen den Deterministen unter den Hirnforschern vor, sie würden in der Interpretation ihrer Ergebnisse Kategorien der Beschreibung verwechseln. Geisteswissenschaftler untersuchen sinnhaft konstruierte Gegenstände, Naturwissenschaftler hingegen sinnfreie Gegenstände.

 

Lesen Sie mehr zu Folge 1:

 

Die schöne neue Welt der Neurowissenschaftler

Befürworter des Determinismus
  Lesen Sie auch Folge 2:
 

Was Philosophen im Reich der Synapsen suchen

  Lesen Sie auch Folge 3:
  Wie das Wechselspiel von Hirn und Welt zu deuten ist
  Drei Denkansätze in der Hirnforschung

Der Nachweis eines Hirnforschers mittels der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie, alle Wörter hätten ein naturhaftes Korrelat im Hirn, sagt noch nichts darüber aus, welche Bedeutung die Sprechenden diesen Wörtern zumessen. "Es gibt keine durchweg neurophysiologischen funktionalen Äquivalente für Gründe für die mit ihnen verbundenen Abwägungsprozesse", sagt der Philosoph Lutz Wingert.

Wenn wir tatsächlich unfrei in unseren Handlungen sein sollten, wer, fragt der Philosoph Thomas Buchheim, ist dann die Integrationseinheit der als frei oder unfrei bezeichneten Handlung: Das vom Ich dissoziierte Gehirn? "So wenig meine Hand jemanden ohrfeigt, sondern ich, so wenig entscheidet mein Gehirn, sondern ich", schreibt Buchheim.

Petra Gehring, Professorin für theoretische Philosophie, wirft den Neurobiologen vor, sie verfügten über keine Wissenschaftstheorie: "Die Hirnforschung verfügt über keinerlei Erkenntnistheorie, woher der plötzliche Wissensvorsprung ihrer eigenen Disziplin wohl kommt." (fst)

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