Ärzte Zeitung, 11.10.2006

KOMMENTAR

Tiefe Eingriffe ins Gehirn

Von Thomas Müller

Clusterkopfschmerzen, Depressionen und jetzt auch das Tourette-Syndrom - es scheint kaum eine chronische Gehirnerkrankung zu geben, bei der nicht auch eine Hirnstimulation versucht wird, und bei der sie überraschenderweise auch noch funktioniert.

Überraschend, weil gerade Depressionen und Zwangsstörungen als komplexe Krankheiten verstanden werden, die sich nicht mit einem einfachen mechanistischen Modell wie bei M. Parkinson erklären lassen.

Die Hirnstimulation ist bisher eine grobe Methode. Wenn sich schon damit komplexe Verhaltensweisen ändern lassen, dann läßt dies erahnen, welche Folgen weit subtilere Eingriffe haben könnten. Sollte es in Zukunft möglich sein, mit Implantaten Prozesse im Gehirn präziser zu steuern, dann würde das nicht nur neue Therapien ermöglichen, es würde wohl auch unser bisheriges Selbstbild verändern.

Lesen Sie dazu auch:
Hirnschrittmacher erfolgreich bei Tourette-Syndrom

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »