Ärzte Zeitung, 27.04.2011

Intensive Suche nach Parkinson-Biomarkern

Langzeitstudien zu molekularen Biomarkern bei Morbus Parkinson fehlen bislang. Proteine, die hier untersucht werden, tragen etwa die Namen H-FABP und DJ1.

Von Michael Koczorek

KIEL. In puncto Prädiktion und Verlaufsbeobachtung bei Morbus Parkinson tut sich Einiges. Hier gebe es Entwicklungen, "die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden", so Privatdozentin Dr. Brit Mollenhauer aus Kassel beim Parkinson-Kongress in Kiel.

Ein möglicher Kandidat als Blut-Parameter sei zum Beispiel Harnsäure; erhöhte Werte gingen mit einem verminderten Parkinson-Risiko einher. Als weiteren Marker nannte Mollenhauer H-FABP (serum heart-type fatty binding protein), das vermehrt bei Patienten mit Parkinson-Demenz und Lewy-Körper-Demenz gefunden wird.

Langzeitstudien fehlen bislang

Liquorparameter wie das Tau-Protein oder Beta-Amyloid, die bei Alzheimer schon gut evaluiert sind, würden derzeit intensiv im Zusammenhang mit Morbus Parkinson untersucht, ebenso die Proteine Alpha-Synuklein oder DJ1. "Langzeitstudien zu molekularen Biomarkern fehlen bislang, aber es ist Land in Sicht", sagte Mollenhauer.

Die Kollegin aus Kassel wies auf die Parkinson Progression Markers Initiative (PPMI) der Michael J. Fox Foundation hin, an der auch zwei deutsche Zentren beteiligt sind, sowie auf die DeNoPa (De Novo Parkinson)-Studie. DeNoPA läuft unter Leitung Mollenhauers in Kassel.

In der Studie werden über die kommenden 15 bis 20 Jahre Daten von 150 neu erkrankten Parkinson-Patienten und 100 gesunden Probanden erhoben - auch in Hinblick auf Biomarker.

www.ppmi-info.org, www.denopa.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »