Ärzte Zeitung, 14.08.2015

Kommentar

Entscheidend ist auf dem Platz

Von Robert Bublak

Anpfiff zur Fußball-Bundesliga! Neu in dieser Saison: Die Spieler tragen Helme, und Kopfbälle außerhalb des Strafraums sind verboten.

Unsinn? Stimmt! Der Unsinn hat indes einen sinnigen Hintergrund. Denn viele Mediziner sorgen sich um die Folgen des Fußballs für die Köpfe von Kickern. Und dies nicht erst, seit Spielerinterviews nach dem Schlusspfiff zur Dauereinrichtung geworden sind.

Anlass der Bedenken ist das relativ hohe Risiko für Gehirnerschütterungen beim Fußball. Auch reift die Einsicht, dass diese Erschütterungen vielleicht gar nicht so harmlos sind. Das gilt zumal für Kinder und Jugendliche. Neue Regeln wie die skizzierten wurden für junge Fußballer daher wiederholt erwogen.

Das Commotio-Risiko liegt aber nicht, wie man glauben könnte, primär im Kopfballspiel. Laut Erkenntnissen von US-Forschern ist vielmehr der damit oft einhergehende Zweikampf gefährlich. Statt Helmpflicht und Kopfballverbot fordern sie daher, den Körperkontakt im Fußball generell zu reduzieren. Ob das gelingt? Zwar ist dieser Vorschlag zum Jugendkopfschutz durchaus bedenkenswert. Doch auch für ihn gilt das Diktum der Dortmunder Stürmerlegende Adi Preißler: "Grau ist alle Theorie - entscheidend ist auf dem Platz."

Lesen Sie dazu auch:
Fußball: Hohes Verletzungsrisiko nicht nur für Profis

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »