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Depressionen sind noch immer ein Tabuthema

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HILDESHEIM (dpa). Depressionen werden noch immer als Tabuthema gesehen. Die Folge: Nur etwa jeder achte Depressive wird richtig behandelt. Daran hat Professor Detlef Dietrich vom AMEOS Klinikum Hildesheim aus Anlass des Europäischen Depressionstages erinnert. Und: "Depressive Störungen werden leider immer noch zu häufig und fälschlicherweise als Charakterschwäche oder geringe Motivation, etwas zu ändern, ausgelegt", so Dietrich.

In Deutschland sind schätzungsweise vier Millionen Menschen behandlungsbedürftig depressiv, aber nur bei etwa 40 Prozent davon ist die Krankheit diagnostiziert. "Hiervon wird wiederum nur ein Drittel adäquat und ausreichend lange behandelt", sagte Dietrich.

Gerade dies ist nach Aussage des Experten aber wichtig: Da die positive Wirkung von Antidepressiva erst nach zwei bis drei Wochen einsetzt, bräuchten Erkrankte viel Unterstützung durch Arzt und Umgebung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Medikament dann wirkt, liege bei 50 bis 70 Prozent. Wichtig sei auch eine Psychotherapie. In Kombination mit Arzneien lassen sich dadurch Rezidive gut verhindern.

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