Ärzte Zeitung, 09.01.2007

Antibabypille hilft Frauen mit Bulimie

STOCKHOLM (ddp.vwd). Bulimiekranke Frauen haben häufig einen gestörten Hormonstoffwechsel. Die Menge an Testosteron, das auch für Hungergefühle verantwortlich ist, kann dabei deutlich über den Normalwerten liegen, haben Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm herausgefunden. Zugleich sind bei solchen Frauen die Östrogenwerte oft erniedrigt.

In einer Studie mit 77 Bulimie-Kranken und 59 gesunden Frauen haben die Forscher Frauen mit solchen Hormonstörungen drei Monate lang mit östrogenhaltigen Standard-Antibabypillen behandelt. Damit ließ sich der Testosteronwert senken. Zugleich gingen Hungergefühle und Heißhungerattacken zurück. Bei drei von 21 Frauen ließ die Ess-Brech-Sucht sogar komplett nach.

Die Mediziner schließen daraus, dass eine Hormontherapie die Psychotherapie ergänzen könnte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »