Ärzte Zeitung, 10.11.2005

Dopamin-Agonist fördert den Schlaf bei RLS

Patienten mit unruhigen Beinen schlafen mit Ropinirol schneller ein und wachen nachts seltener auf

BERLIN (ner). Schlafstörungen werden nicht zu den Kernsymptomen des Restless-Legs-Syndroms (RLS) gezählt. Sie gehören jedoch zu jenen Symptomen, die die Patienten subjektiv am meisten belasten. Mit dem Dopamin-Agonisten Ropinirol verbessert sich der Schlaf meist.

Der gestörte Nachtschlaf und die damit verbundene Tagesmüdigkeit könne nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch zu Verhaltens- und Angststörungen sowie zu kardiovaskulären Erkrankungen führen. Darauf wies Professor John W. Winkelman aus Boston in den USA beim Kongreß der World Association of Sleep Medicine (WASM) in Berlin hin.

Zwei Drittel der RLS-Patienten bräuchten länger als 30 Minuten zum Einschlafen, jeder dritte sogar länger als eine Stunde, so Winkelman bei einer vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung.

    Schlafstörungen belasten bei RLS am stärksten.
   

Außerdem wachen 60 Prozent der betroffenen Patienten nachts mehr als dreimal auf. Nach Meinung des Schlafforschers sei RLS damit eine der schwersten Schlafstörungen überhaupt. Bestätigt werden diese Beobachtungen durch Studien, in denen sich die Lebensqualität mit dem Ausmaß der Schlafstörung, nicht jedoch mit dem Schweregrad des RLS verschlechterte.

Ein Grund für die Schlafstörungen ist der zirkadiane Rhythmus der RLS-typischen Beschwerden, zu denen ein Ziehen und Brennen in den Beinen sowie ein starker Bewegungsdrang gehört.

Diese Symptome treten verstärkt nachts zwischen drei und sechs Uhr auf. Dopamin-Agonisten wie Ropinirol verbessern nach Angaben von Winkelman die Schlafqualität deutlich. So verkürze sich die Einschlafzeit, die Patienten wachten nachts nicht mehr so häufig auf und schliefen insgesamt länger.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »