Ärzte Zeitung, 23.05.2005

Zehn Gramm Cannabis straffrei - das sorgt für Streit

POTSDAM/BERLIN (ddp-lbg). Der Berliner Senat gefährdet mit seiner "drogenfreundlichen Politik" nach Worten des Potsdamer CDU-Innenpolitikers Sven Petke die Gesundheit Jugendlicher in Brandenburg.

Der Senat verleite auch die märkischen Jugendlichen dazu, sich in Berlin mit illegalen Rauschmitteln einzudecken, sagte der Brandenburger Landtagsabgeordnete in Potsdam. In Berlin wird der Cannabis-Besitz künftig weniger stark geahndet.

Während bisher sechs Gramm zum Eigenverbrauch generell von der Strafverfolgung ausgenommen waren, sollen es bald zehn Gramm sein. Abgesehen werden kann von einem juristischen Verfahren sogar bis zu 15 Gramm unter der Bedingung, daß keine Kinder oder Jugendlichen verführt werden. Mit seinen neuen Grenzwerten für die Strafverfolgung bei Cannabis-Besitz liegt Berlin bundesweit im Mittelfeld.

In Baden-Württemberg kommen Süchtige nur bis drei Gramm ungeschoren davon, während es in Schleswig-Holstein 30 Gramm sind. Vom rot-roten Senat werde die "erfolgreiche Drogenbekämpfung in Brandenburg unterlaufen", kritisierte dagegen Petke.

Die Mark setze auf "Prävention, Hilfe für die Betroffenen, Abschreckung und konsequente Verfolgung". Petke forderte "ein klares Nein zu jeglicher Legalisierung von Drogen".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »