Ärzte Zeitung, 26.06.2006

Jugendliche rauchen immer früher einen Joint

Einstiegsalter in Cannabis-Konsum sinkt

Das Rauchen eines Joints gehört heute zur Alltagserfahrung vieler Jugendlicher. Die Hemmung vor Cannabis sinkt. Foto: dpa

KÖLN (dpa). Die Jugendlichen in Deutschland greifen immer früher und stärker zu der illegalen Droge Cannabis. "Das Einstiegsalter ist signifikant gesunken, von 17,5 Jahren Mitte der 90er Jahre auf zuletzt 16,4 Jahre", sagte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), zum heutigen Internationalen Tag gegen Drogen.

Die bekanntesten Cannabis-Produkte sind Haschisch und Marihuana. Illegale Drogen gehören nach Angaben von Pott heute zu den Alltagserfahrungen junger Menschen. "Wer Erfahrungen mit Rauchen oder Alkohol gemacht hat, hat auch eine deutlich erhöhte Affinität für Cannabis."

Nach der jüngsten repräsentativen Untersuchung der Bundeszentrale (2004) haben 32 Prozent der 12- bis 25jährigen bereits illegale Drogen konsumiert - fast immer handelte es sich dabei um Cannabis. Im Langzeitvergleich sei das eine Verdoppelung: 1979 hatten "nur" 16 Prozent angegeben, einmal Cannabis genommen zu haben.

"Wir haben mit einer erhöhten Probierbereitschaft zu tun. Die Hemmschwelle sinkt, und dieser Trend zeigt sich in ganz Europa", so Pott. Offenbar existiere bei vielen jungen Menschen die falsche Vorstellung, daß Cannabis nicht so schädlich wie Alkohol oder andere Drogen sei. Dabei bestehe ja bei längerem und intensivem Gebrauch die Gefahr, abhängig zu werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »