Ärzte Zeitung online, 15.03.2018

Japanische Studie mit 50.000 Teilnehmer

Rauchen kann das Gehör schädigen

Wer raucht, schädigt nicht nur seine Atemwege und die Gefäße, sondern gefährdet offenbar auch sein Gehör. Eine Studie zeigt: Das Risiko für einen Hörverlust steigt mit jeder Zigarette, die täglich geraucht wird.

Von Marco Mrusek

Rauchen kann Gehör schädigen

Die Studie lässt aufhorchen: Wer raucht, hat ein höheres Risiko für einen Hörverlust.

© photo 5000 / stock.adobe.com

TOKIO. Rauchen geht anscheinend nicht nur mit Erkrankungen der Atemwege und Gefäße, sondern auch mit Hörverlust einher.

Das haben japanische Forscher des National Center for Global Health and Medicine in Tokio in einer Studie mit über 50.000 Teilnehmern herausgefunden, die bis zu acht Jahre nachbeobachtet wurden.

Die Teilnehmer waren 20 bis 64 Jahre alt und frei von Hörbeeinträchtigungen. Die Probanden wurden jährlich audiometrisch bei 1 und 4 kHz untersucht (Nicotine Tab Res 2018, online 14. März).

Von den 50.195 Teilnehmern erlitten 3532 einen Hörverlust im Hochfrequenzbereich und 1575 im Niedrigfrequenzbereich.

Das relative Risiko unter aktuellen Rauchern, einen Hörverlust zu erleiden, lag bei 1,6 für den hohen und 1,2 für den niedrigen Frequenzbereich im Vergleich mit Teilnehmern, die noch nie geraucht hatten.

Wer rauchen aufgibt, verringert schnell das Risiko für Hörverlust

Das Risiko eines Hörverlusts stieg dabei den Studienautoren zufolge mit der Zahl der täglich konsumierten Zigaretten an. Eine positive Nachricht der Studie: Das Risiko für Hörverlust normalisierte sich wieder in einer "relativ kurzen Zeitspanne" nach dem Rauchausstieg.

"Unsere Studie bekräftigt, dass Rauchen ein unabhängiger Faktor für Hörverlust ist", wird Erstautor Dr. Huanhuan Hu vom National Center for Global Health and Medicine in einer Mitteilung zitiert.

"Die Studienergebnisse untermauern den Bedarf für stärkere Maßnahmen zur Tabakontrolle, um einen Hörverlust zu vermeiden oder zu verzögern", so Hu.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

736 Notfallzentren reichen zur Notfallversorgung

Wie viele Notfallenzentren sind nötig und wo sollten sie betrieben werden, um die Bevölkerung gut zu versorgen? Ein Gutachten im Auftrag der KBV hat das jetzt analysiert. mehr »

Keuchhusten - längst keine Kinderkrankheit mehr

An Pertussis erkranken in Deutschland vor allem Erwachsene. Sie stellen eine Gefahr für Säuglinge dar. Wir zeigen, wie viele Erkrankte es seit 2001 gab und wie alt sie waren. mehr »

So lässt sich Glutensensitivität erkennen

Immer mehr Menschen vermuten, dass sie Gluten nicht vertragen. Ein Experte gibt Tipps, wie sich in der Praxis klären lässt, ob tatsächlich eine Glutensensitivität vorliegt. mehr »