Ärzte Zeitung, 19.11.2004

Kinder profitieren nach Op von Ibuprofen

Effektive Schmerzkontrolle nach einer Zahnarztbehandlung oder Tonsillektomie

BERLIN (gvg). Bei Kindern kann Ibuprofen postoperative Schmerzen nach einem Eingriff beim Zahnarzt oder einer Tonsillektomie effektiv lindern. Vor allem der rasche Wirkeintritt wird als günstig bewertet.

"Für Ibuprofen zur Schmerzkontrolle nach operativen Eingriffen bei Kleinkindern spricht unter anderem die einfache und sichere Handhabung in der Hand der Eltern", hat der Anästhesist Dr. Harald Heinemann aus Hamburg bei einer Veranstaltung des Unternehmens Boots Healthcare bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Berlin gesagt.

Heinemann empfiehlt Ibuprofen, das von dem Unternehmen jetzt auch für Kinder ab zwei Jahren als Nurofen® Junior Zäpfchen 125 mg zur Verfügung steht, unter anderem zur Nachbehandlung nach Eingriffen beim Zahnarzt. "Wir geben die Zäpfchen gerne bereits perioperativ, um direkt nach der Op eine gute Schmerzfreiheit zu erreichen", so Heinemann. Ibuprofen eigne sich wegen des schnellen Wirkeintritts nach etwa 30 Minuten dafür besonders.

Privatdozent Dr. Holger Till vom Haunerschen Kinderspital München sieht eine Ibuprofen-Therapie auch nach Tonsillektomien und Adenoidektomien als günstig an, weil Eltern nach der Entlassung des Kindes problemlos ein kleiner Vorrat mitgegeben werden könne. Anders als etwa bei Paracetamol könnten bei Ibuprofen nur extreme Überdosierungen zu Toxizitätsproblemen führen.

Auch für die chirurgische Prämedikation sei die Substanz gut geeignet: In einer prospektiven Studie mit 160 Kindern, die sich einer Adenoidektomie unterziehen mußten, hätten Kinder, die dafür Ibuprofen erhalten hatten, weniger Sedierung benötigt als Kinder mit Paracetamol oder Ibuprofen plus Paracetamol.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hoffnung für Leukämiepatienten

In den USA steht die erste Gentherapie zur Behandlung von Krebskranken vor der Zulassung. Auch in Deutschland dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis es so weit ist. mehr »

Kaugummi erkennt Infektionen im Mund

Ein neuer Kaugummi-Schnelltest soll künftig dabei helfen, bakterielle Entzündungen früh im Mund zu erkennen. Die Idee ist so einfach wie hilfreich: Durch Kauen erkennt der Patient selbst, ob es ein Problem gibt. mehr »

Zwangsbehandlung nur als letztes Mittel

Das Bundesverfassungsgericht setzt enge Vorgaben für die Behandlung von nicht einsichtsfähigen Patienten gegen ihren Willen. Die Richter fordern ein Gesetz, das die Voraussetzungen für eine Zwangsbehandlung klar benennt. mehr »