Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 27.03.2007

Schmerztherapie sollte an den Bio-Rhythmus angepasst sein

Experte empfielt zweimal tägliche Einnahme eines retardierten Basisopiods / Abstimmung der Dosierungen mit zirkadianem Schmerzrhythmus

FRANKFURT AM MAIN (eim). Schmerzen unterliegen bekanntlich zirkadianen Schwankungen. Bei multimorbiden Schmerzpatienten ist es wichtig, die Therapie an diesen Schmerz-Bio-Rhythmus anzupassen.

Patienten empfinden Schmerzen tagsüber anders als in der Nacht. Deshalb bräuchten sie eine Analgesie, die individuell auf den Schmerzrhythmus abgestimmt ist. Darauf hat Dr. Uwe Junker beim Deutschen Schmerztag in Frankfurt am Main hingewiesen. 78 Prozent der verordneten starken Opioide macht transdermales Fentanyl aus.

Bei dieser Applikationsform ist der Plasmaspiegel Tag und Nacht konstant. Das entspreche oft nicht den tatsächlichen Bedürfnissen von Schmerzpatienten, so Junker auf einer von Mundipharma unterstützten Veranstaltung. Bei der Therapie mit einem Pflaster sei die Dosis nachts oft zu hoch.

Tagsüber jedoch benötigten die Schmerzpatienten signifikant häufiger eine zusätzliche Bedarfsanalgesie als Patienten, die mit einem modernen oralen Retardopioid wie Hydromorphon behandelt würden

Eine flexible Schmerztherapie sei die zweimalige Einnahme eines oralen retardierten Basisopioids, eventuell in unterschiedlicher Dosis. Bei Durchbruchschmerzen sei die Kombination mit einer schnell freisetzenden möglichst wirkstoffgleichen Galenik eine Option.

Junker empfiehlt bei Tumorpatienten retardiertes und schnell wirkendes Hydromorphon als Opioid der ersten Wahl. Ist etwa bei Knochenmetastasen eine stärkere antiphlogistische Komponente erforderlich, könne es mit COX-2-Hemmern kombiniert werden. Bei neuropathischen Schmerzen seien Substanzen vom Typ Pregabalin geeignet.

Was Schmerzpatienten brauchen, seien die richtigen Analgetika und Koanalgetika in der richtigen Dosierung, zur richtigen Zeit, so Junker. Diese Therapie müsse eingebettet sein in das richtige Gesamtkonzept, und sie müsse den Patienten verständlich vermittelt werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »

Lauterbach will Erstkontakte extra vergüten

"Erstkontakte sollen sich lohnen": Mit einem Sonderbudget für Erstkontakte bei Fachärzten will der SPD-Gesundheitspolitiker Professor Karl Lauterbach Ungerechtigkeiten bei der Terminvergabe beseitigen. mehr »