Ärzte Zeitung online, 11.09.2017

Auf ärztliche Verordnung

Wie hat sich die Cannabisversorgung entwickelt?

Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Apotheken mehr als 10.000 Einheiten Cannabisblüten zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgegeben.

Wie hat sich die Cannabisversorgung entwickelt?

Seit dem 10. März dürfen Apotheken neben Fertigarzneimitteln auch Rezepturarzneimittel mit Cannabisblüten auf ärztliche Verordnung abgeben.

© eight8 / stock.adobe.com

BERLIN. Seit dem 10. März dürfen Apotheken Rezepturarzneimittel mit Cannabisblüten auf ärztliche Verordnung abgeben. Bis Ende Juni wurden auf ärztliche Verordnung Patienten mit insgesamt rund 10.600 Cannabis-haltigen Zubereitungen oder unverarbeiteten Cannabisblüten versorgt (März: 564 Abgabeeinheiten; April: 1.468; Mai: 3.666, Juni: 4.921).

Das geht aus Zahlen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) hervor, die die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände heute vorstellte. Ausgewertet wurden dazu die Abrechnungsdaten aus öffentlichen Apotheken zulasten der GKV. Verordnungen auf Privatrezept wurden nicht erfasst.

Insgesamt wurden rund 5100 Rezepte ausgestellt. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Anzahl der von Apotheken mit Cannabisblüten und deren Zubereitungen belieferten Rezepte kontinuierlich von Monat zu Monat gestiegen ist: von im März 488 Rezepten, im April 884, im Mai 1518 und auf im Juni schließlich 2213. Auswertungen, wie viele Patienten mit Cannabisblüten versorgt oder welche Mengen ihnen verordnet wurden, seien dabei nicht möglich, so die ABDA.

Zusätzlich zu den Rezepturarzneimitteln oder den unverarbeiteten Blüten verordneten Ärzte laut DAPI von März bis Juni rund 12.500 Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen oder -Extrakten. (run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »