Ärzte Zeitung, 30.08.2005

Spondylolyse ist bei jungen Sportlern oft beidseitig

Bei unilateraler Spondylolyse kommt es auf der kontralateralen Seite häufig zu Streßfrakturen / Ergebnis einer Studie von japanischen Orthopäden

KURAMOTO (ner). Bei jungen und sehr aktiven Sportlern mit unilateraler Spondylolyse im Lendenwirbelsäulenbereich ist auch die kontralaterale Seite erheblich gefährdet. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen komme es dort zu starken Belastungen und teilweise zu Frakturen, berichten japanische Orthopäden.

Die japanischen Ärzte schließen diesen Zusammenhang aus den Ergebnissen von Untersuchungen bei 13 Athleten im Alter zwischen 11 und 20 Jahren mit unilateraler Spondylolyse. Alle Studienteilnehmer waren konservativ behandelt worden. Bei drei von ihnen kam es auf der kontralateralen Seite zu Streßfrakturen, bei vier weiteren waren sklerotische Veränderungen zu beobachten.

Dies berichten Professor Koichi Sairyo von der Universität Tokushima in Kuramoto in Japan und seine Kollegen (Am J Sports Med 33, 2005, 583).

Bisher war man der Ansicht, daß die bei jungen Leistungssportlern häufig zu beobachtenden unilateralen Spondylolysen nur selten zu Streßfrakturen auf der kontralateralen Seite führen. Das trifft offenbar nicht zu.

Je schwerer das Spondylolyse-Stadium war (Haarriß, Spalte oder Pseudarthrose), desto eher sei auch der ursprünglich nicht veränderte Pedikel auf der gegenüberliegenden Seite betroffen, schreiben Sairyo und seine Kollegen. So hatten alle Patienten mit progressiver unilateraler Spondylolyse oder mit bereits bestehenden Pseudarthrosen auch eine kontralaterale Schädigung.

Biomechanische Modellberechnungen der Orthopäden haben ergeben, daß die Belastung des kontralateralen Pedikels besonders bei axialer Rotation des Rumpfes - im Vergleich zur Belastung bei Gesunden - um das bis zu Zwölffache steigt.

Besonders, wenn junge aktive Sportler mit bekannter unilateraler Spondylolyse über persistierende LWS-Beschwerden klagen, müsse an diese Zusammenhänge gedacht werden, fordern die Japaner.

Konkrete therapeutische Konsequenzen leiten sie aus ihrer Studie allerdings nicht ab. Nur bei einem Teil der Sportler hatte die konservative Behandlung zur knöchernen Heilung des betroffenen Wirbelbogens geführt.

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