Ärzte Zeitung, 18.10.2006

Langstreckenlauf geht eher auf die Hüften als auf die Knie

Studie mit 20 ehemaligen Spitzensportlern

HEIDELBERG (hub). Marathonlaufen schadet anders als vermutet nicht den Knien, sondern den Hüften - aber nur ein wenig. Das hat eine Studie der Uniklinik Heidelberg mit 20 ehemaligen Marathonläufern ergeben ("Der Orthopäde" 10, 2006, 1087).

Ein Marathonlauf fordert den Körper. Kniegelenke von Langstreckenläufern haben selten Arthrosen, anders sieht es bei Hüftgelenken aus. Foto: dpa

Die Sportler gehörten alle zur Top-40-Liste des Leichtathletik-Verbands. Sie wurden klinisch untersucht und Knie- und Hüftgelenke geröntgt. Die Befunde wurden mit denen gleichaltriger, wenig sporttreibenden Kontrollpersonen verglichen.

Bei den 20 Marathonies wurde an vier rechten und sechs linken Hüftgelenken eine leichte Arthrose festgestellt. Eine schwerwiegende Arthrose hatte ein Sportler in der linken Hüfte. Bei den Kontrollpersonen wurde nur eine leichte Arthrose in einer Hüfte diagnostiziert. Im Gegensatz zur Hüfte wurde in den Kniegelenken der Sportler nur dreimal eine leichte Arthrose beobachtet.

Die Ergebnisse ließen darauf schließen, daß gesunde Freizeitsportler durch Laufbelastung keine Arthrosen in Knie oder Hüfte fürchten müssen, so der Orthopäde Privatdozent Holger Schmitt.

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