Ärzte Zeitung, 15.03.2010

An Muskeln und Skelett krankt es bei vielen Patienten

BERLIN (sir). Muskuloskeletale Erkrankungen verursachen eine hohe Krankheitsbelastung. Die Behandlung dieser Patienten erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wie sie seit 25 Jahren beim Dachverband Osteologie (DVO) praktiziert wird.

"Fast jeder zweite 50- bis 59-Jährige ist von muskuloskeletalen Erkrankungen betroffen. Sie verursachen 19 Prozent der Krankenhauseinweisungen und 40 Prozent der Reha-Maßnahmen." Damit umriss Professor Karsten E. Dreinhöfer aus Berlin bei einer Pressekonferenz beim Kongress des Dachverbandes Osteologie die Bedeutung von Arthrose, Osteoporose, Rückenschmerz, Rheuma, Sportverletzungen und Co.

Der Wissenschaftler hofft, dass die begonnenen Aktivitäten - angestoßen durch die "Bone & Joint Decade 2000 bis 2010" - über das Jahresende 2010 hinaus fortgeführt werden.

Für die Prävention von muskuloskeletalen Erkrankungen und die Therapie der Patienten ist nach Angaben des Vorsitzenden der DVO Dr. Hermann Schwarz aus Freudenstadt interdisziplinäre Zusammenarbeit unerlässlich. "Wir beim DVO sprechen miteinander, über die Fachrichtungen hinweg, seit 25 Jahren", sagte Schwarz.

Professor Franz Jakob aus Würzburg, einer der Präsidenten des Osteologiekongresses, bestätigte dies: "Wir haben heute einen intensiven interdisziplinären Austausch zwischen chirurgisch und konventionell tätigen Kollegen." Das sei auch ein Verdienst des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Allein durch die Übernahme des Begriffs "muskuloskeletale Erkrankungen" in die Terminologie des Ministeriums hat das BMBF eine enorme Bewegung innerhalb der Medizin ausgelöst.

Aber das Ministerium tut noch mehr: "In den nächsten drei Jahren werden wir im Rahmen des Roadmap-Prozesses des Gesundheitsforschungsprogramms voraussichtlich 18 Millionen Euro zur Erforschung muskuloskeletaler Erkrankungen zur Verfügung stellen", gab Dr. Gabriele Hausdorf vom Referat Gesundheitsforschung des BMBF in Berlin bekannt. "Das ist eines von sechs Themenfeldern, die in dem Gesundheitsforschungsprogramm gefördert werden sollen."

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