Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 18.03.2013

Monarthritis

Zwei Parameter helfen weiter

Bei Kindern mit Monarthritis am Knie lassen die Symptome oft keine klare Diagnose zu. Blutsenkung und Neutrophilenkonzentration bringen auf die richtige Spur.

BOSTON. Lymearthritis oder septische Gelenkentzündung? Diese Frage gilt es zu klären, wenn Kinder mit arthritisch geschwollenem Knie in die Praxis kommen - vor allem in Endemiegebieten für Borreliose, zu denen auch Deutschland zählt.

Septische Arthritiden mögen selten sein, dürfen jedoch nicht übersehen werden. Denn sie erfordern rasche therapeutische Konsequenzen, um Chondrolyse und Gelenkdestruktion zu vermeiden. Klinische und laborchemische Befunde überlappen sich aber mit jenen, die bei der Lymearthritis zu finden sind.

Ein Team um Julia Deanehan aus Boston hat retrospektiv anhand der Krankengeschichten von 673 Kindern nach Parametern gesucht, die es erlauben, eine septische Monarthritis ohne Gelenkpunktion auszuschließen (Pediatrics 2013; online 18. Februar).

Bei 3 Prozent der Kinder war eine septische Arthritis, bei 51 Prozent eine Lymearthritis und bei 46 Prozent eine Gelenkentzündung anderer Genese diagnostiziert worden.

Quote an falsch-positiven Befunden sank

Nach Analyse der Daten hatte kein einziger Patient an septischer Monarthritis gelitten, dessen Neutrophilenkonzentration im peripheren Blut unter 10.000 / mm3 gelegen und dessen Erythrozytensedimentationsrate 40 mm / h unterschritten hatte. Dieser 100%igen Sensitivität stand eine Spezifität von 54 Prozent gegenüber.

Damit waren zwar immer noch 46 Prozent falsch positive Ergebnisse zu verzeichnen. Doch diese Quote lag deutlich unter dem Anteil von 98 Prozent falsch positiven Befunden, die nach Anwendung der Kocher-Kriterien (Fieber 38 °C in der Anamnese, Gelenk nicht belastbar, Leukozyten . 12.000 / mm3, ESR . 40 mm / h) festzustellen waren.

Die Kocher-Kriterien, eigentlich für die Diagnostik septischer Koxitiden entwickelt, werden probeweise auch in der Abklärung von Gonarthritiden eingesetzt.

Die Forscher haben womöglich Parameter gefunden, die es erlauben, den Kindern eine Arthrozentese zu ersparen. (rb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »