Ärzte Zeitung, 04.07.2012

Stoppuhr zeigt das Frakturrisiko

NEU-ISENBURG (fk). Stürze und eine geringe Knochenmineraldichte gelten bei Menschen höheren Lebensalters als Hauptrisikofaktoren für Frakturen.

Neben dem Messen der Knochendichte empfiehlt sich daher auch das Erfassen der Sturzneigung.

Der Timed-up-and-Go-Test ist ganz einfach durchführbar und zeigt rasch, wie es um die Sturzgefahr des Untersuchten bestellt ist. Als einziges technisches Rüstzeug ist eine Stoppuhr erforderlich.

Zur Not tut es aber auch eine Armbanduhr mit Sekundenzeiger (Orthopädie & Rheuma 2012; 15 (1): 10).

Für den Test muss der Betreffende vom Stuhl aufstehen, drei Meter gehen und sich wieder hinsetzen. Wer hierfür mehr als 10,2 Sekunden benötigt, trägt gemäß einer aktuellen Studie (Arch Intern Med 2011; 171: 1655) schon bei normaler Knochendichte ein erhöhtes Risiko, in den kommenden zehn Jahren eine Fraktur zu erleiden.

Der Timed-up-and-Go-Test fiel bei rund einem Drittel der untersuchten 1.126 älteren Frauen pathologisch aus.

Das Risiko für nichtvertebrale Frakturen stieg dadurch bei normaler Knochendichte auf das 1,84-Fache, jenes für Wirbelfrakturen auf das 2,48-Fache.

Bei 54,2 Prozent der im Mittel 75-jährigen Frauen kam eine Osteopenie (T-Score < -1) hinzu, die das Frakturrisiko bei pathologischem Testergebnis auf das 2,5- bzw. 4,7-Fache erhöhte.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »

Um den ÖGD steht es schlecht

Große Sorgen um den Öffentlichen Gesundheitsdienst äußern Bundesärztekammer und Robert Koch-Institut anlässlich des heutigen ersten „Tags des Gesundheitsamtes“. mehr »

Viel fernsehen erhöht Darmkrebs-Risiko

Bewegen sich Menschen, die jünger als 50 sind, wenig, steigt offenbar ihr Risiko für Darmkrebs. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Nurses' Health Study. mehr »