Ärzte Zeitung, 19.10.2012

Osteoporose

Ärzte diskutieren über Umgang mit Hüftfrakturen

BERLIN (eb). Beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 23. bis 26. Oktober in Berlin sind Schenkelhalsfrakturen ein großes Thema.

Auf den Pressekonferenzen informieren Experten darüber, wie Unfälle im Alter in die soziale Isolation oder sogar zum Tod führen, welche persönlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen Schenkelhalsfrakturen haben und wie sich der Behandlungsverlauf positiv beeinflussen lässt.

Wie Mobilität bei alten Menschen gefördert werden kann, um sozialer Isolation und Folgeerkrankungen vorzubeugen, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU) auf dem DKOU in Berlin.

Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Menschen mit Schenkelhalsfraktur mit der zunehmenden Lebenserwartung in den kommenden Jahren verdoppeln wird. Denn ab dem 65. Lebensjahr stürzen Menschen immer häufiger, die Muskeln werden abgebaut und Fälle von Osteoporose nehmen zu.

Insbesondere von Brüchen des Oberschenkelhalses sind ältere Menschen betroffen - meist Frauen. Viele Patienten sind nach der Fraktur pflegebedürftig, leiden unter psychischen Erkrankungen oder sterben.

Mehr Infos auf: www.dkou.de

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[19.10.2012, 10:34:42]
Dr. Walther J. Kirschner 
Schenkelhalsfrakturen des Oberschenkels bei Älteren - Orthopädische Reha zunehmend bedeutsam
Den erkennbaren demografischen Veränderungen sind zunehmende Schenkelhalsfrakturen älterer Patienten (Osteoporose, Kreislauf, Allgemeinstatus) geschuldet. Hatte man sich früher ausschließlich auf die operative Intervention fokussiert, bekommt die frühe und die weitere rehabilitative Therapie zunehmend mehr Aufmerksamkeit.

Nicht von ungefähr, erfordern doch ältere Patienten definierte spezifische Nach- und Weiterbehandlungen nach solchen größeren operativen Eingriffen mit potenziell erheblichem Risiko- und Komplikationspotenzial. Da ist die alleinige operative Maßnahme noch das "kleinste Problem". Weit problematischer und prognostisch entscheidender ist das frühe und das weitere therapeutisch/rehabilitative Handling.

Reduzierte biologische Organpotenz und Narkosebelastung stellen schon genügend Organ- und Rekonvaleszenzstress dar, zusätzlich komplizierend sind die meist vorhandenen zusätzlichen Erkrankungen (relevante Multimorbidität) und Multimedikationen (Polypharmakotherapie).

Daher bekommt die orthopädisch/traumatologische Rehabilitation zunehmend zentrale Bedeutung im Rahmen einer notwendigen integrativen Behandlungs- und Versorgungskette - OP-Klinik, orthopädische Rehaklinik, (gfs. zusätzlich geriatrische Rehaklinik), ambulante Weiterbetreung Facharzt/Hausarzt, (gfs. weitere Pflege- und soziale Dienste).

Ob man nun will oder nicht - es sind gravierende Paradigmenwechsel bisheriger Behandlungsverfahren zur Kenntnis zu nehmen. Zukünftig sind neue interdisziplinäre und integrative Behandlungs- und Versorgungsverfahren erforderlich. Das bedeutet eine mentale und konzeptionelle Umstellung für alle Beteiligten.

Dr. med. Walther Kirschner
FA Orthopädie et al.  zum Beitrag »

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