Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 11.10.2005

Hilfen zur Entscheidung für antirheumatische Therapie

Gastrointestinales und kardiovaskuläres Risiko abwägen!

DRESDEN (djb). Bei Patienten, die eine antientzündliche antirheumatische Therapie benötigen, sind gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiken bei den Therapeutika abzuwägen. Eine Entscheidungshilfe, wann welche Therapie eingesetzt werden sollte, hat Dr. Wolfgang Bolten von der Klaus-Miehlke-Klinik in Wiesbaden beim Rheumatologenkongreß in Dresden gegeben.

Hand eines 52jährigen Patienten mit rheumatoider Arthritis. Foto: Kekow

Mit klassischen NSAR behandelte Patienten haben von Beginn der Therapie an ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Läsionen. Dieses Risiko kann durch die Verwendung eines Coxibs etwa halbiert werden, erinnerte Bolten bei einem Symposium des Unternehmens Pfizer.

Das kardiovaskuläre Risiko sei hingegen bei einem "typischen Patienten, der in mittleren Jahren erstmals seine Arthrose entwickelt und keine wesentlichen Veränderungen am Koronarsystem hat", eher gering.

Jüngere Patienten ohne Ulkusanamnese und ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren würde er aus Kostengründen mit einem klassischen NSAR behandeln. Einen zusätzlichen Magenschutz mit einem Protonenpumpen-Hemmer (PPI) hält er in diesem Fall für nicht erforderlich.

Liegen gastrointestinale Risikofaktoren wie hohes Alter, Ulkusanamnese, Kortison- oder Antikoagulanzien-Therapie oder schwere Allgemeinkrankheit vor, setzt Bolten jedoch bevorzugt ein Coxib wie Celecoxib (Celebrex®) ein. Denn die PPI-Komedikation schütze nur den oberen GI-Trakt vor Läsionen, nicht aber Duodenum, Dünndarm oder Kolon.

Für Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren, etwa Myokardinfarkt oder zerebrovaskuläre Ereignisse in der Anamnese, schwere Angina pectoris oder Bypaß-Operationen, aber ohne gastrointestinales Risiko, eignen sich klassische NSAR in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) zur Sekundärprophylaxe. Eine Komedikation mit PPI kann das gastrointestinale Risiko noch weiter verringern.

Die Gruppe der Hochrisikopatienten mit Risikofaktoren in beiden Bereichen behandelt Bolten mit einem Coxib plus ASS plus PPI. Die Inzidenz von Ulzerationen könne mit dem Coxib im gesamten Gastrointestinaltrakt um die Hälfte reduziert werden. Der PPI schützt vor den unerwünschten Wirkungen von ASS.

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