Ärzte Zeitung, 03.07.2006

Gelenkschäden durch zuviel Wachstumsfaktor?

JENA (dpa). Ein Wachstumsfaktor ist möglicherweise an der Entstehung einer Rheumatoiden Arthritis beteiligt. Ein Überangebot des Plättchen-Wachstumsfaktors D (PDGF-D) sorge dafür, daß Binde-gewebe abgebaut werde und die Gelenkinnenhaut wuchere.

Das haben Forscher um den Biochemiker Professor Dirk Pohlers von der Universität Jena herausgefunden (Arthritis Rheum 54, 2006, 788). Der Wachstumsfaktor komme in hoher Konzentration in den Synovialmembranen von Patienten mit Rheumatoider Arthritis vor, so die Forscher.

Dort stimuliere PDGF-D die Vermehrung der Fibroblasten in den Syno-vien. Möglicherweise könnte die Ausschaltung des Wachstumsfaktors den Verlauf einer Rheumatoiden Arthritis (RA) verlangsamen und die Beschwerden lindern, vermuten die Forscher.

Pohlers gehört der Arbeitsgruppe Experimentelle Rheumatologie an der Jenaer Universität an. Die Gruppe habe nur eine von mehreren möglichen Ursachen für RA gefunden, so Pohlers. Der Biochemiker wurde für die Ergebnisse von der "Stiftung Wolfgang Schulze" ausgezeichnet, die zur Deutschen Rheuma-Liga gehört. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »