Ärzte Zeitung, 16.02.2012

Knötchen - seltene Komplikation bei Rheuma-Therapie

MÜNCHEN (Sti). Bei einer älteren Patientin mit seronegativer rheumatoider Arthritis bildeten sich multiple Knötchen am rechten Unterarm, die Gelenke schwollen stark an. Die mikrobiologische Untersuchung von Gelenkpunktat und Biopsie ergab eine seltene, aber nicht untypische Ursache.

Die Patientin erhielt als Rheuma-Therapie Methotrexat plus TNF-alpha-Blocker. Bei den druckdolenten, bläulich lividen Knötchen fand sich histologisch ein granulomatöser Herdbefund mit histiozytären Zellen und vereinzelten Riesenzellen vom Langhans-Typ (MMW 2012; 154 (2): 24).

Die mikrobiologische Untersuchung von Punktat und Gewebebiopsie ergab Mycobacterium chelonae. Durch Therapie mit Clarithromycin, Linezolid und Imipenem bildeten sich die Knötchen am Unterarm und die Gelenkschwellungen allmählich zurück.

Eine atypische Mykobakteriose ist eine seltene Komplikation bei geschwächtem Immunsystem. Mycobacterium chelonae kann zu Haut- und Weichteilentzündungen bis zu Abszessen, aber auch zu Knoten und Gelenkentzündungen führen.

Typischer Manifestationsort der Knötchen sind die Streckseiten der Extremitäten. Meist handelt es sich um eine lokalisierte Infektion, disseminierte Krankheitsverläufe sind Einzelfälle.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Alzheimer nach frisch gebackenem Brot riecht

Erst lässt der Geruchssinn nach, dann treten Phantosmien auf – ein US-Neurologe berichtet über seine beginnende Demenz, und weshalb die frühe Diagnose für ihn wichtig war. mehr »

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »

Alkoholverzicht ist gut gegen Vorhofflimmern

Eine kontrollierte Studie schafft Gewissheit: Menschen, die von Vorhofflimmern betroffen sind, können durch Alkoholabstinenz selbst etwas gegen ihre Herzrhythmusstörung tun. mehr »