Rheumapreis für den Erfinder von "hit hard and early"

Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) früh und aggressiv zu behandeln, ermöglicht Remissionen. Für dieses Therapiekonzept hat Professor Paul Emery aus Leeds jetzt den Carol-Nachman-Preis erhalten.

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Carol-Nachman-Preisträger Prof. Paul Emery (2.v.l.), Träger der Nachman-Medaille Prof. Ernst Feldtkeller (3.v.l.) zusammen mit dem Wiesbadener OB Dr. Helmut Müller (rechts) und Wolfgang Nickel, Stadtverordnetenvorsteher.

Carol-Nachman-Preisträger Prof. Paul Emery (2.v.l.), Träger der Nachman-Medaille Prof. Ernst Feldtkeller (3.v.l.) zusammen mit dem Wiesbadener OB Dr. Helmut Müller (rechts) und Wolfgang Nickel, Stadtverordnetenvorsteher.

© Kubenka

WIESBADEN (eb). Mit dem Konzept "hit hard and early" bei RA-Patienten verbunden war ein Paradigmenwechsel: Die althergebrachte Therapiepyramide mit einer der jeweiligen Krankheitsaktivität angepassten Medikation wurde durch eine früh und aggressiv einsetzende Therapie ersetzt.

Mit diesem, von Emery bereits vor 20 Jahren entwickelten Therapiekonzept ist es möglich, bei einem hohen Prozentsatz von RA-Patienten eine niedrige Krankheitsaktivität und sogar Remissionen der Erkrankungen zu erzielen. Neue Substanzen wie die biologischen TNFa-Blocker konnten den Prozentsatz erreichbarer Remissionen weiter erhöhen.

Remission bei Rheuma wurde neu definiert

Der Rheumatologe von der Uni Leeds in Großbritannien und seine Mitarbeiter haben auch eine neue und notwendige Definition der Remission bei RA entwickelt. So wird eine klinische von einer bildgebenden Remission unterschieden.

Eine Vollremission ist dabei wie folgt definiert: Stopp der radiografischen Veränderungen in den Gelenken plus gleichzeitiger Remission des klinischen Krankheitsbildes - also normale Entzündungsmarker, keine schmerzenden oder geschwollenen Gelenke.

Um das Frühstadium einer RA besser zu erfassen und zu definieren, haben Emery und Kollegen zudem bildgebende Verfahren zum Teil entwickelt, zum Teil aus anderen medizinischen Bereichen adaptiert.

So ist dem Kliniker heutzutage die Möglichkeit gegeben, mit Kernspin- oder auch mit Ultraschall-Untersuchungen sehr früh gelenkdestruierende Prozesse nachzuweisen - und so auch prognostische Faktoren zu entwickeln.

Carol-Nachman-Preis einer der höchstdotierten Medizinpreise Deutschlands

Für seine Arbeiten wurde Emery jetzt mit dem Carol-Nachman-Preis 2012 ausgezeichnet. Der von der Stadt Wiesbaden vergebene Preis ist eine der höchsten medizinischen Auszeichnungen Deutschlands und mit 37.500 Euro dotiert. Mit dem von der Spielbank Wiesbaden gestifteten Preis werden klinische, therapeutische und experimentelle Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Rheumatologie gefördert.

Carol-Nachman-Medaille an Professor Ernst Feldtkeller

Die mit 2500 Euro dotierte Carol-Nachman-Medaille hat Professor Ernst Feldtkeller aus München erhalten. Mit der Medaille wird er für seine über 30-jährigen Verdienste für die Rheumatologie geehrt.

Feldtkeller ist promovierter Physiker mit Lehrauftrag an der TU München. Seit 1981 ist er der federführende wissenschaftliche Redakteur der Mitgliederzeitschrift der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB), einer großen deutschen Selbsthilfegemeinschaft von Betroffenen, die an M. Bechterew (Spondylitis ankylosans) erkrankt sind.

Feldtkeller leidet seit seiner Jugend an dieser Erkrankung und hat seit 1981 ehrenamtlich einen großen Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit dem M. Bechterew und somit der Rheumatologie gewidmet.

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