Ärzte Zeitung online, 27.08.2015

Rheuma

Plädoyer für bessere Infos zu Biologika

BREMEN. Immer noch seien einige Eltern und Ärzte besorgt, dass gentechnisch hergestellte Biologika das Krebsrisiko bei Kindern mit Rheuma erhöhen, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Doch Studien und neue Registerdaten aus Deutschland entkräfteten diesen Verdacht nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA).

Die Untersuchungen hätten jedoch auch ergeben, dass entzündlich rheumatische Erkrankungen mit einem zwei- bis vierfach erhöhtem Risiko für Tumore im Vergleich zur Bevölkerung einhergehen. Um Eltern, Betroffene und Ärzte besser aufzuklären, müssten die neuen Informationen zügig bekannt gemacht werden.

"Studien der letzten fünf Jahre konnten die Bedenken eines erhöhten Krebsrisikos durch Biologika bei fast 20.000 Kindern mit JIA entkräften", wird Professor Kirsten Minden zitiert, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Kinderrheumatologin an der Universitäts-Kinderklinik, Charité Berlin.

Kürzlich publizierte deutsche Registerdaten bestätigten jetzt die Ergebnisse.Biologika hätten die JIA-Therapie in den letzten Jahren entscheidend verbessert, so GKJR-Kongress-Präsident Professor Hans-Iko Huppertz in der Mitteilung der DGRh.Huppertz ist Direktor der Professor-Hess-Kinderklinik, Klinikum Bremen-Mitte.

Bei mehr als der Hälfte aller JIA-Patienten kämen die Symptome heutzutage schon in den ersten zwei Krankheitsjahren zum Stillstand. "Auch Folgeschäden wie etwa Gelenk- oder Augenschäden, die in Einzelfällen bis zur Erblindung führen können, sind laut der aktuellen Studie zurückgegangen", sagt Huppertz.

"Wichtig ist jetzt, dass wir Patienten-Broschüren auf den aktuellen Stand bringen und so für eine bessere Aufklärung sorgen", fordert Minden im Vorfeld des DGRh-Kongresses. Hier sollten wir auch darüber informieren, dass JIA-Patienten unabhängig von der Therapie ein erhöhtes Risiko für bösartige Tumore haben. Mit welchen weiteren Begleiterkrankungen Patienten mit JIA im Erwachsenenalter rechnen müssen, sei bisher noch unzureichend untersucht. (eb)

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