Direkt zum Inhaltsbereich

Rheumatoide Arthritis

Weitreichender Impfschutz gefordert

Totimpfstoffe können ohne erhöhtes Risiko für eine Infektion eingesetzt werden.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Bei rheumatischen Erkrankungen ist das Infektionsrisiko erhöht. Durch immunsuppressive Therapie steigt es weiter. Eine sorgfältige Überwachung des Impfstatus der Patienten und auch ihrer Umgebung sind dringend nötig. In die aktuellen Empfehlungen 2017 der STIKO am Robert Koch-Institut ist ein neuer Abschnitt zum Impfen bei Immundefizienz bzw. Immunsuppression aufgenommen worden: Demnach sollten Menschen mit Immundefizienz bzw. Immunsuppression einen möglichst weitreichenden Schutz durch Impfungen erhalten. Eine zusätzliche zentrale Rolle für die Infektionsprävention spielt ein solider Impfschutz von Haushaltskontakten, hieß es bei einer von GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung.

Totimpfstoffe können bei Immunsupprimierten ohne erhöhtes Risiko für eine Infektion durch die Impfung bzw. das Impfstoffantigen eingesetzt werden. Allerdings kann der hierdurch induzierte Impfschutz ungenügend sein, weil die Antikörperbildung durch die Immunsuppression eingeschränkt ist. Hierzu gehören vor allem die Regelimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis sowie die von der STIKO empfohlenen Indikationsimpfungen bei immunsupprimierten Patienten gegen Influenza und Pneumokokken. Gegen Influenza muss jährlich geimpft werden. Aufgrund der Aufhebung der Ausschreibungspraxis im Bereich der saisonalen Grippeimpfung können nun auch gesetzlich Versicherte mit einem Grippeimpfstoff gegen vier zirkulierende Virusstämme wie InflusplitTetra® versorgt werden.

Zum Schutz vor einer Pneumokokkeninfektion empfiehlt die STIKO bei Immunsuppression eine sequenzielle Impfung mit dem 13-valenten Konjugat-Impfstoff (PCV13) gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten.

In Abhängigkeit von der immunologischen Restfunktion besteht bei Lebendimpfstoffen das Risiko einer Erkrankung durch den attenuierten, vermehrungsfähigen Erreger im Impfstoff. Hierzu gehören die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), gegen Varizella-zoster-Viren (VZV), Rotaviren und die Indikationsimpfungen gegen Typhus und Gelbfieber. Die Anwendung von Lebendimpfstoffen ist deshalb bei Immunsuppression kontraindiziert. Die Task Force der EULAR sieht die Impfstoffe gegen Masern / Mumps / Röteln (z. B. Priorix®) sowie gegen Varizellen / Herpes Zoster davon ausgenommen; sie können im Einzelfall bei Patienten unter leichter immunsuppressiver Therapie in Erwägung gezogen werden. (sh)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bildgebung

Axiale Spondyloarthritis: NSAR-Pause vor der MRT?

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Präexpositionsprophylaxe

HIV-PrEP: Diese Möglichkeiten gibt es

Barrieren abbauen

Menschen mit Behinderung in der Praxis: Kleine Stellschrauben, große Wirkung

Lesetipps
Viren schweben über Kot.

© Shawon / Generated with AI / Stock.adobe.com

Heimische Zoonosen

Wie Sie eine Hantavirus-Infektion erkennen